Pflegedienstwechsel richtig durchführen

12.02.2026 18 Min. Lesezeit Leitfaden
Pflegedienstwechsel richtig durchführen

Pflegedienstwechsel richtig durchführen

Ein Wechsel des Pflegedienstes ist jederzeit möglich und gesetzlich abgesichert (§ 120 Abs. 2 SGB XI). Gründe können Qualitätsmängel, zwischenmenschliche Probleme oder intransparente Kosten sein. Wichtig ist eine gute Vorbereitung und klare Kommunikation. So gelingt der Wechsel:

  • Kündigung: Schriftlich und am besten per Einschreiben mit Rückschein. Keine Kündigungsfrist nötig.

  • Vorbereitung: Mindestens 6-8 Wochen vorher planen. Anbieter vergleichen, Pflegedokumente sammeln, Pflegekasse informieren.

  • Neuer Dienst: Klare Kriterien setzen (z. B. Nähe, Leistungen, Zuverlässigkeit). Mindestens drei Anbieter vergleichen.

  • Übergabe: Nahtlose Übergänge durch gute Organisation, z. B. Überschneidungsphase.

  • Nachbetreuung: Leistungen und Dokumentation regelmäßig prüfen. Feedback-Gespräche einplanen.

Ein gut geplanter Wechsel sichert die Pflegequalität und entlastet Angehörige.

Rechtliche Grundlagen: Kündigungsfristen und Vertragsrecht

Pflegebedürftige haben das Recht, ihren Pflegedienst jederzeit ohne Frist und ohne Angabe von Gründen zu kündigen. Das regelt § 120 Abs. 2 SGB XI, und abweichende Vertragsklauseln sind unwirksam. Für Pflegedienste gelten jedoch strengere Regeln: Sie müssen Kündigungsfristen einhalten und dürfen nicht zu einem Zeitpunkt kündigen, der die Versorgung gefährden könnte. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die gesetzlichen Vorgaben und Bedingungen, die für Pflegedienste gelten.

Standard-Kündigungsfristen nach § 627 BGB

Pflegedienste sind in der Regel an eine Kündigungsfrist von 14 Tagen gebunden. Um jedoch die Versorgung sicherzustellen, wird häufig ein Zeitraum von bis zu 6 Wochen eingehalten. Falls im Vertrag keine Frist geregelt ist, greift § 627 BGB, der ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien voraussetzt. Das bedeutet, der Anbieter muss sicherstellen, dass die Versorgung nicht abrupt endet und ein Ersatz rechtzeitig organisiert werden kann.

Zusätzlich zur Standardfrist besteht die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung, wenn schwerwiegende Mängel vorliegen.

Fristlose Kündigung bei Qualitätsmängeln

Eine fristlose Kündigung ist für beide Vertragsparteien möglich, wenn schwerwiegende Gründe vorliegen. Für Pflegebedürftige könnten das etwa Pflegefehler, Vernachlässigung oder beleidigendes Verhalten des Personals sein. Pflegedienste hingegen können nur in Ausnahmefällen fristlos kündigen, beispielsweise bei anhaltender Nichtzahlung trotz Mahnungen oder körperlichen Übergriffen auf Mitarbeitende.

Wichtig: Dokumentieren Sie alle Vorfälle genau, um Ihre Kündigungsgründe belegen zu können. Das erleichtert den Wechsel zu einem neuen Dienst und schützt Ihre Rechte.

So kündigen Sie Ihren Vertrag rechtssicher

Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen – mündliche Kündigungen sind nicht ausreichend. Um auf der sicheren Seite zu sein, senden Sie Ihr Kündigungsschreiben per Einschreiben mit Rückschein. So haben Sie einen Nachweis, dass Ihr Schreiben beim Pflegedienst eingegangen ist.

  • Prüfen Sie den Vertrag: Achten Sie auf mögliche Sonderklauseln.

  • Fordern Sie eine Bestätigung an: Bitten Sie den Pflegedienst um eine schriftliche Kündigungsbestätigung.

  • Im Notfall handeln: Sollte der Pflegedienst Ihnen plötzlich kündigen und Ihre Versorgung gefährdet sein, wenden Sie sich sofort an Ihre Pflegekasse. Diese kann helfen, eine Notfallversorgung zu organisieren.

Ein gut geplanter und rechtssicherer Kündigungsprozess stellt sicher, dass Ihre Versorgung nahtlos weiterläuft und Ihre Rechte gewahrt bleiben.

Vorbereitung auf den Wechsel: Ihre Checkliste

Ein Wechsel des Pflegedienstes erfordert sorgfältige Planung, um Versorgungslücken und organisatorische Probleme zu vermeiden. Mit einer guten Vorbereitung gelingt der Übergang reibungslos. Die folgende Checkliste hilft Ihnen, alle wichtigen Schritte zu beachten.

6-8 Wochen vor dem Wechsel starten

Beginnen Sie 6-8 Wochen vor dem geplanten Wechsel mit der Planung. Dieser Zeitrahmen ermöglicht es Ihnen, verschiedene Anbieter zu vergleichen und ein persönliches Gespräch zu führen. Ein persönliches Treffen vor Ort ist entscheidend, um herauszufinden, ob der neue Dienst Ihre speziellen Anforderungen erfüllt, etwa in der Palliativpflege oder Kinderkrankenpflege.

Vergleichen Sie mindestens drei Anbieter anhand von Kostenvoranschlägen, die den Leistungsumfang und den Eigenanteil klar ausweisen. Stellen Sie sicher, dass der neue Dienst von den Krankenkassen zugelassen ist, damit die Abrechnung problemlos erfolgen kann.

Pflegeunterlagen organisieren und aktualisieren

Sammeln Sie alle wichtigen Pflegedokumente, damit der neue Dienst nahtlos an die bisherige Versorgung anknüpfen kann. In der Regel verbleiben diese Unterlagen beim Pflegebedürftigen. Zusätzlich sollten Sie Kopien der Leistungsnachweise der letzten 3-6 Monate anfordern – diese geben dem neuen Anbieter einen genauen Überblick über bisher erbrachte Leistungen.

„Im Pflegevertrag sollte vereinbart werden, dass diese Pflegedokumentation bei Ihnen verbleibt. So können Sie die Angaben mit den vertraglich vereinbarten Leistungen abgleichen." – Verbraucherzentrale

Erstellen Sie einen „Pflege-Ordner“, der folgende Unterlagen enthält:

Notieren Sie auch Krankenhausaufenthalte oder Reha-Zeiten, da der Pflegevertrag während solcher Phasen in der Regel ausgesetzt wird.

Wichtige Stellen rechtzeitig informieren

Teilen Sie der Pflegekasse mit, dass Sie den Dienst wechseln, und reichen Sie den neuen Vertrag ein, damit die Zahlungen reibungslos umgestellt werden. Informieren Sie außerdem Ihren Hausarzt, damit neue Verordnungen und Medikamentenpläne direkt an den neuen Dienst übermittelt werden können.

Falls der alte Dienst einen Hausschlüssel hatte, dokumentieren Sie die Rückgabe schriftlich, um mögliche Haftungsfragen zu vermeiden. Wenn Angehörige bevollmächtigt sind oder im Vertrag stehen, müssen sie ebenfalls in den Prozess eingebunden werden. Achten Sie darauf, dass im neuen Vertrag ausschließlich der Pflegebedürftige als Vertragspartner auftritt, um Angehörige vor finanziellen Verpflichtungen zu schützen.

Neuen Pflegedienst finden: So wählen Sie richtig aus

Auswahlkriterien definieren

Setzen Sie klare Prioritäten. Was hat beim bisherigen Pflegedienst gefehlt? War es die Bezugspflege, also feste Pflegekräfte anstelle von ständig wechselndem Personal? Oder gab es Probleme bei der Zuverlässigkeit, etwa in Notfällen oder an Wochenenden? Überlegen Sie genau, welche Unterstützung gebraucht wird: Palliativpflege, Demenzbetreuung, Wundversorgung oder Kinderkrankenpflege?

Qualität sollte immer vor dem Preis stehen. Ein günstiger Dienst bringt wenig, wenn die Versorgung nicht zuverlässig ist. Seriöse Anbieter zeichnen sich durch offene Kommunikation aus. Sie bieten ein kostenloses Erstgespräch zu Hause an und erstellen einen detaillierten, schriftlichen Kostenvoranschlag. Auch die räumliche Nähe ist ein wichtiger Faktor: Lokale Dienste können bei Notfällen schneller reagieren und arbeiten oft besser mit Hausärzten und Apotheken zusammen.

Für viele Familien spielen auch kulturelle und sprachliche Aspekte eine Rolle. Pflegekräfte, die die Muttersprache des Pflegebedürftigen sprechen oder religiöse Gewohnheiten respektieren, können den Alltag deutlich erleichtern. Mit diesen Kriterien schaffen Sie eine solide Grundlage für einen erfolgreichen Wechsel.

Mindestens 3 Anbieter recherchieren und vergleichen

Vergleichen Sie mindestens drei Pflegedienste anhand klarer Kriterien. Unsere kostenlose Checkliste zur Pflegedienstauswahl hilft Ihnen, die wichtigsten Kriterien systematisch zu prüfen. Lassen Sie sich von jedem Anbieter einen Kostenvoranschlag geben, der genau aufschlüsselt, welche Leistungen enthalten sind. Überprüfen Sie, wie hoch Ihr Eigenanteil nach Abzug der Pflegekassenleistungen ist. Mit unserem kostenlosen Pflegegradrechner können Sie Ihren Leistungsanspruch vorab einschätzen.

Nutzen Sie die MDK-Qualitätsberichte (Pflegenoten), die Sie auf Portalen wie dem AOK Pflegenavigator oder Vdek-Pflegelotse finden. Achten Sie dabei besonders auf die Teilnoten zur Pflegequalität und nicht nur auf die Gesamtnote. Stellen Sie im Erstgespräch gezielte Fragen: Wie schnell reagiert der Dienst in Notfällen? Gibt es eine 24/7-Notfallbereitschaft? Sind feste Bezugspflegekräfte vorgesehen? Wie flexibel kann der Dienst auf steigenden Pflegebedarf reagieren?

„Je eindeutiger die Vereinbarungen im Vertrag sind, desto besser lassen sich Missverständnisse und Auseinandersetzungen vermeiden." – ppm-online.org

Wichtig ist auch, dass der Pflegedienst von den Krankenkassen zugelassen ist, damit die Abrechnung reibungslos funktioniert. Fragen Sie außerdem nach Investitionskosten, die nicht von der Pflegekasse übernommen werden und aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Mit diesen Informationen können Sie Ihre Suche gezielt fortsetzen.

Nahtlose Übergabe zwischen den Diensten organisieren

Überschneidungsphase vereinbaren, wenn möglich

Ein reibungsloser Wechsel zwischen Pflegediensten ist entscheidend, um die Kontinuität der Betreuung sicherzustellen. Planen Sie eine Überschneidungsphase von ein bis zwei Tagen ein, während der die neuen Pflegekräfte die Abläufe vor Ort kennenlernen können. In dieser Zeit sollten sie notwendige Hilfsmittel identifizieren und sich mit der bestehenden Pflegeroutine vertraut machen. Ein Vorgespräch während der Kündigungsfrist kann diesen Prozess zusätzlich erleichtern. Falls Sie während der Übergangszeit Entlastung benötigen, kann die Verhinderungspflege eine wertvolle Unterstützung sein.

Halten Sie die Pflegedokumentation stets im Haus bereit. Sie dient als zentrale Informationsquelle und dokumentiert alle bisherigen Maßnahmen, was den Übergang erheblich erleichtert. Außerdem sollte die Schlüsselübergabe schriftlich festgehalten werden: Der bisherige Dienst gibt alle Schlüssel zurück, während der neue Dienst diese gemäß klar definierten Regelungen übernimmt.

„Im Pflegevertrag sollte vereinbart werden, dass diese Pflegedokumentation bei Ihnen verbleibt. So können Sie die Angaben mit den vertraglich vereinbarten Leistungen abgleichen." – Verbraucherzentrale

Vergleichen Sie den Kostenvoranschlag des neuen Dienstes mit den bisherigen Rechnungen, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Leistungen – wie Unterstützung bei der Mobilität, Medikamentengabe oder größere Toilettengänge – abgedeckt sind. Fordern Sie zudem Kopien der Leistungsnachweise der letzten Wochen an, um mögliche Doppelabrechnungen zu vermeiden. Eine gut organisierte Übergabe schafft die Grundlage dafür, dass Sie die neuen Abläufe in den ersten Wochen aktiv begleiten können.

In den ersten Wochen aktiv begleiten

Nach einer gut geplanten Übergabe ist es wichtig, die neuen Abläufe in den ersten Wochen genau im Blick zu behalten. Überprüfen Sie die Leistungsabrechnungen regelmäßig, insbesondere in den ersten vier Wochen, und klären Sie eventuelle Unstimmigkeiten in kurzen Feedback-Gesprächen nach zwei und vier Wochen.

Wenn der alte Dienst jedoch plötzlich kündigt und keine Übergangszeit ermöglicht, sollten Sie sofort Ihre Pflegekasse kontaktieren. Diese kann gegebenenfalls Druck auf den bisherigen Anbieter ausüben, um eine Übergangslösung zu finden, oder Ihnen bei der Notfallvermittlung helfen. Bei spezialisierten Leistungen wie Palliativpflege oder Wundversorgung ist es zudem wichtig, dass die neuen Pflegekräfte frühzeitig Kontakt zu Ihren bisherigen Kooperationspartnern – wie Hausärzten, Apotheken oder Therapeuten – aufnehmen.

Probleme mit dem alten Pflegedienst lösen

Was tun, wenn der Dienst die Kündigung blockiert

Wenn ein Pflegedienst Ihre Kündigung nicht akzeptiert oder verzögert, sollten Sie schnell und konsequent handeln – und zwar schriftlich. Wie bereits erwähnt, gelten abweichende Kündigungsfristen nicht, und Sie haben das Recht, den Vertrag jederzeit ohne Angabe von Gründen zu kündigen (§ 120 SGB XI). Vertragsklauseln, die dieses Recht einschränken, sind rechtlich unwirksam.

Um auf Nummer sicher zu gehen, schicken Sie Ihre Kündigung per Einschreiben mit Rückschein und fordern Sie eine schriftliche Bestätigung an. Sollte der Dienst darauf bestehen, dass bestimmte Fristen oder Bedingungen eingehalten werden müssen, lassen Sie den Vertrag von der Verbraucherzentrale überprüfen. Selbst wenn der Dienst die Kündigung ignoriert oder hinauszögert, bleibt diese wirksam. In solchen Fällen könnten sogar Schadensersatzansprüche entstehen.

Ein weiteres Problem, das häufig auftritt: Manche Pflegedienste weigern sich, die Pflegedokumentation herauszugeben. Diese Unterlagen, die Ihre erbrachten Pflegeleistungen dokumentieren, sollten in Ihrem Haushalt verbleiben. Fordern Sie die Dokumentation schriftlich an und setzen Sie eine Frist von sieben Tagen. Falls der Dienst nicht reagiert, informieren Sie Ihre Pflegekasse. Diese kann den Anbieter unter Druck setzen, die Unterlagen herauszugeben.

Falls der Pflegedienst trotz Kündigung weiterhin Schwierigkeiten macht, sollten Sie wissen, wann es sinnvoll ist, externe Stellen wie die Pflegekasse oder den Verbraucherschutz einzuschalten.

Wann Pflegekasse oder Verbraucherschutz einschalten

Sobald ein Pflegedienst die Versorgung einstellt oder auf Ihre Kündigung nicht reagiert, sollten Sie Ihre Pflegekasse informieren. Die Pflegekasse hat die Aufgabe, eine lückenlose Versorgung sicherzustellen und kann den Anbieter dazu bewegen, eine Übergangsbetreuung zu übernehmen. Bei schwerwiegenden Qualitätsproblemen kann die Pflegekasse außerdem einen Mängelbescheid erlassen oder die Zahlungen an den Dienst kürzen.

Die Verbraucherzentrale ist eine weitere wichtige Anlaufstelle. Sie bietet rechtliche Beratung zu Themen wie ungültigen Vertragsklauseln, unberechtigten Preiserhöhungen oder der Verweigerung der Herausgabe von Dokumenten. Für Streitfälle im Bereich der stationären Pflege ist zusätzlich die Heimaufsicht zuständig, während bei ambulanten Diensten die Landesverbände der Pflegekassen Ansprechpartner sind.

Dokumentieren Sie alle relevanten Vorgänge sorgfältig. Führen Sie ein Pflegetagebuch und prüfen Sie Leistungsnachweise genau, bevor Sie diese unterschreiben. Um finanzielle Kontrolle zu behalten, zahlen Sie im Konfliktfall per Überweisung statt per Lastschrift. Falls sich keine Einigung erzielen lässt, können Schlichtungsstellen vermitteln, bevor es zu einem Gerichtsverfahren kommt.

Sonderfälle und Notfallsituationen

Wenn der Wechsel des Pflegedienstes organisatorisch vorbereitet ist, sollten Sie dennoch auf unvorhergesehene Notfälle vorbereitet sein.

Notfall-Wechsel bei plötzlichem Versorgungsstopp

Stellt Ihr Pflegedienst die Versorgung unerwartet ein – sei es durch Insolvenz oder akuten Personalmangel – ist schnelles Handeln gefragt. Kontaktieren Sie umgehend Ihre Pflegekasse. Diese kann Maßnahmen ergreifen, um den bisherigen Anbieter zu einer Übergangsbetreuung zu verpflichten oder schnell einen Ersatzdienst zu organisieren.

Ein Pflegedienst darf nicht ohne Weiteres abrupt kündigen. Nach § 627 BGB ist eine Kündigung nur mit angemessener Vorlaufzeit zulässig, es sei denn, es liegen schwerwiegende Gründe wie unbezahlte Rechnungen oder tätliche Angriffe vor. Klären Sie mit Ihrer Pflegekasse, ob es in Ihrem Bundesland Regelungen gibt, die den Dienst verpflichten, einen Nachfolger zu stellen.

Falls keine direkte Lösung gefunden wird, können Kurzzeitpflege oder eine vorübergehende stationäre Unterbringung die Versorgung sicherstellen. Dokumentieren Sie in jedem Fall alle zusätzlichen Kosten. Sollte der Dienst ohne triftigen Grund und ohne ausreichende Frist gekündigt haben, können Sie Schadensersatzansprüche geltend machen. Unterstützung in solchen Situationen bieten auch Pflegestützpunkte oder unabhängige Beratungsstellen wie die "compass private pflegeberatung". So können Sie selbst in schwierigen Momenten die Versorgung sicherstellen.

Im nächsten Abschnitt geht es um den Wechsel des Pflegedienstes bei Demenz.

Pflegedienstwechsel bei Demenz-Patienten

Für Demenz-Patienten sind vertraute Gesichter und feste Abläufe besonders wichtig. Ein plötzlicher Wechsel kann Verwirrung und Angst auslösen. Deshalb sollte der Übergang schrittweise erfolgen: Die neuen Pflegekräfte könnten in den ersten Tagen gemeinsam mit dem bisherigen Team arbeiten, damit der Patient Zeit hat, sich an die neuen Personen zu gewöhnen.

Die Pflegedokumentation sollte im Haushalt verbleiben, damit der neue Dienst direkt über die individuellen Gewohnheiten und Bedürfnisse informiert ist. Es ist sinnvoll, klare Pflegemodule zu definieren, um den Umfang der Leistungen festzulegen. Falls der Patient nicht mehr in der Lage ist, eigenhändig zu unterschreiben, sollte ein bevollmächtigter Angehöriger "in Vertretung" unterzeichnen. Dadurch bleibt der Patient Vertragspartner, und der Angehörige übernimmt keine persönliche Haftung.

Nach dem Wechsel: Den neuen Pflegedienst im Blick behalten

Nach dem Wechsel ist es wichtig, in den ersten vier Wochen zu überprüfen, ob der neue Pflegedienst seine Zusagen einhält und die Versorgung reibungslos funktioniert. Nach der sorgfältigen Übergabe sollte nun ein besonderes Augenmerk auf die kontinuierliche Überwachung der Leistungen gelegt werden.

Regelmäßige Feedback-Gespräche vereinbaren

Planen Sie feste Feedback-Gespräche ein – idealerweise nach zwei, vier und zwölf Wochen. Diese Gespräche helfen, mögliche Unstimmigkeiten frühzeitig zu klären. Während die ersten beiden Termine dazu dienen, kleinere Probleme sofort anzugehen, gibt das Gespräch nach drei Monaten einen Eindruck, ob der Dienst auch langfristig überzeugt. Achten Sie darauf, ob Pflegekräfte pünktlich erscheinen, ob die Zusammenarbeit harmonisch verläuft und ob gesundheitliche Veränderungen im Pflegeprotokoll erfasst werden. Notizen zu diesen Punkten machen es einfacher, Feedback konkret und nachvollziehbar zu gestalten.

Pflegedokumentation regelmäßig prüfen

Die Pflegedokumentation ist ein zentrales Element, das Sie regelmäßig überprüfen sollten. Gleichen Sie die Einträge mit den tatsächlich erbrachten Leistungen ab, um mögliche Abweichungen frühzeitig zu erkennen.

„Die Pflegedokumentation hält alle durchgeführten Leistungen fest und protokolliert gesundheitliche Veränderungen. Im Grunde dient die Pflegedokumentation als Nachweis für die Ausführung der im Vertrag definierten Leistungen." – DMRZ

Am Monatsende erhalten Sie einen Leistungsnachweis, den Sie vor der Unterschrift sorgfältig prüfen sollten. Vergleichen Sie diese Übersicht mit den täglichen Einträgen. Falls es Diskrepanzen gibt, können Sie die Zahlung entsprechend anpassen. Fordern Sie zudem immer eine Kopie der unterschriebenen Leistungsnachweise an, um Ihre Unterlagen vollständig zu halten.

Sie können jederzeit wieder wechseln

Falls der neue Dienst nicht Ihren Erwartungen entspricht, haben Sie das Recht, jederzeit zu kündigen – ohne Fristen oder Begründung.

Fazit: Selbstbestimmt über Ihre Pflege entscheiden

Der Wechsel eines Pflegedienstes ist Ihr gutes Recht und kann der Schlüssel zu einer besseren Versorgung sein. Sie können den Vertrag jederzeit kündigen – ohne Frist und ohne Angabe von Gründen. Dieses Recht gibt Ihnen die Möglichkeit, die Kontrolle zurückzugewinnen, wenn die Qualität der Pflege nicht mehr Ihren Erwartungen entspricht oder das Vertrauensverhältnis gestört ist.

Eine gründliche Vorbereitung ist dabei entscheidend: Planen Sie etwa 6 bis 8 Wochen im Voraus, fertigen Sie Kopien der Pflegedokumentation an und vergleichen Sie mindestens drei Anbieter. Vereinbaren Sie zudem ein Übergabegespräch, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Mit Tools wie MeinPflegefinder können Sie zugelassene Pflegedienste in Ihrer Nähe finden und direkt kontaktieren. Achten Sie dabei auf klare Leistungsbeschreibungen anstelle ungenauer Begriffe wie „Grundpflege“. So können Sie später besser nachvollziehen, welche Leistungen tatsächlich erbracht wurden.

Nach dem Wechsel sollten Sie die ersten Wochen besonders aufmerksam begleiten. Überprüfen Sie regelmäßig die Pflegedokumentation und vergleichen Sie die erbrachten Leistungen mit den vereinbarten Modulen. Sollten Probleme auftreten, sprechen Sie diese frühzeitig an. Sollte auch der neue Dienst nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, können Sie jederzeit erneut wechseln – ohne Zögern.

In Deutschland werden etwa 2,6 Millionen Menschen zu Hause gepflegt. Gute Pflege ist Ihr Recht. Mit einer sorgfältigen Planung und bewussten Entscheidungen sichern Sie nicht nur die Qualität der Versorgung, sondern auch Ihr Selbstbestimmungsrecht in der Pflege.

FAQs

Welche Schritte sind entscheidend, um einen Pflegedienstwechsel reibungslos durchzuführen?

Ein Wechsel des Pflegedienstes erfordert sorgfältige Planung, um die Versorgung ohne Unterbrechung zu gewährleisten. Idealerweise beginnen Sie 6 bis 8 Wochen vor dem geplanten Wechsel mit den Vorbereitungen.

Kündigungsfristen und Formalitäten

Überprüfen Sie zunächst den bestehenden Vertrag, insbesondere die Kündigungsfristen. Häufig gelten Fristen von 14 Tagen oder 4 Wochen zum Monatsende. Die Kündigung sollte schriftlich erfolgen – am besten per Einschreiben – und um eine schriftliche Bestätigung gebeten werden.

Wichtige Unterlagen vorbereiten

Um dem neuen Pflegedienst den Einstieg zu erleichtern, sollten Sie folgende Dokumente bereithalten:

  • Pflegedokumentation

  • Medikamentenpläne

  • Liste besonderer Bedürfnisse oder Gewohnheiten

Diese Informationen helfen dem neuen Team, sich schnell und umfassend auf die individuellen Anforderungen einzustellen.

Übergabephase einplanen

Es ist sinnvoll, 1 bis 2 Tage Überschneidung zwischen dem alten und dem neuen Pflegedienst einzuplanen. So kann eine reibungslose Übergabe stattfinden, bei der wichtige Details direkt besprochen werden können.

Nach dem Wechsel

In den ersten Wochen nach dem Wechsel sollten Sie die Qualität der Pflege genau beobachten. Sollten Probleme oder Unklarheiten auftreten, suchen Sie frühzeitig das Gespräch mit dem neuen Dienst. Bleiben Sie dabei stets sachlich und professionell, um mögliche Konflikte konstruktiv zu lösen.

Eine gute Vorbereitung und offene Kommunikation sind der Schlüssel, um den Wechsel so angenehm wie möglich zu gestalten.

Wie finde ich heraus, ob ein neuer Pflegedienst wirklich zu meinen Bedürfnissen passt?

Eine gründliche Vorbereitung ist der Schlüssel, um sicherzustellen, dass ein neuer Pflegedienst Ihren Anforderungen gerecht wird. Beginnen Sie mit einer Liste Ihrer wichtigsten Kriterien. Dazu könnten Punkte wie Zuverlässigkeit, Pflegequalität, Flexibilität und stabile Personalbesetzung gehören. Diese Liste hilft Ihnen, im Erstgespräch gezielt nachzufragen.

Themen wie der Umgang mit plötzlichen Ausfällen oder die Verfügbarkeit fester Pflegekräfte sollten unbedingt angesprochen werden. Diese Aspekte können später entscheidend sein.

Anbieter vergleichen und bewerten

Es lohnt sich, mindestens drei Anbieter miteinander zu vergleichen. Nutzen Sie dafür:

  • Bewertungen von anderen Kunden

  • MDK-Noten (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung)

  • Empfehlungen aus Ihrem Umfeld

So erhalten Sie ein besseres Bild von der Qualität und Zuverlässigkeit der Dienste.

Probezeit und Übergabe

Um die Qualität des neuen Pflegedienstes zu testen, könnten Sie eine Probezeit mit kürzerer Kündigungsfrist vereinbaren. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, den Anbieter im Alltag zu bewerten. Gleichzeitig ist eine sorgfältige Übergabe wichtig: Ein schriftlicher Pflegeplan sorgt für Klarheit und einen reibungslosen Start.

Was kann ich tun, wenn mein Pflegedienst meine Kündigung nicht akzeptiert?

Wenn Ihr Pflegedienst Ihre Kündigung nicht anerkennt, sollten Sie zuerst prüfen, ob die Kündigung korrekt formuliert und fristgerecht eingereicht wurde. Nach deutschem Recht sind Pflegeverträge in der Regel unbefristet und können jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden.

So gehen Sie vor:

  • Schriftliche Kündigung per Einschreiben: Senden Sie die Kündigung schriftlich und per Einschreiben mit Rückschein. Dadurch haben Sie einen Nachweis über den Versand und den Erhalt.

  • Bestätigung anfordern: Bitten Sie den Pflegedienst um eine schriftliche Bestätigung Ihrer Kündigung.

  • Unterstützung einholen: Sollte der Pflegedienst weiterhin nicht kooperieren, wenden Sie sich an Ihre Pflegekasse oder eine Verbraucherzentrale. Dort erhalten Sie Unterstützung und rechtliche Beratung.

Bleiben Sie in jedem Fall ruhig, sachlich und professionell – auch wenn die Situation schwierig wird. Ihre Rechte als Kunde sind klar geregelt und sollten respektiert werden.

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