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Pflegende Männer: Herausforderungen und Unterstützung für die wachsende Gruppe

12.07.2025 · 5 Min. Lesezeit · Ambulante Pflege

Zuletzt aktualisiert:

Pflegende Männer: Herausforderungen und Unterstützung für die wachsende Gruppe
Mit KI erstellt

Pflege ist längst keine reine „Frauensache“ mehr. Viele Männer kümmern sich um ihre Partnerin, ihre Eltern oder andere Angehörige – oft neben einem Vollzeitjob und ohne viel darüber zu sprechen. Dieser Beitrag zeigt, vor welchen Herausforderungen pflegende Männer stehen und welche Unterstützung es gibt.

  • Viele Männer pflegen: Laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts unterstützen 19,3 % der Männer in Deutschland Angehörige oder Bekannte mit Pflege oder Hilfe, bei Frauen sind es 23,9 %.

  • Typische Belastungen: Vereinbarkeit mit dem Beruf, wenig Austausch über die eigene Belastung und Unsicherheit bei der Körperpflege.

  • Hilfe nutzen: Pflegeberatung, kostenlose Pflegekurse, Freistellungen im Job und Entlastungsleistungen der Pflegekasse.

Pflegende Männer in Zahlen

Die Gesundheitsstudie GEDA 2019/2020 des Robert Koch-Instituts zeigt: Insgesamt leisten 21,7 % der Erwachsenen informelle Pflege oder Hilfe. Bei Männern sind es 19,3 %, bei Frauen 23,9 %. Der Unterschied ist kleiner, als viele annehmen. Deutlicher wird er bei der intensiven Pflege von mindestens zehn Stunden pro Woche: Diese leisten 5,2 % der Männer und 7,7 % der Frauen.

Weil die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigt und Familien kleiner werden, übernehmen immer häufiger auch Söhne, Ehemänner und Partner Verantwortung in der Pflege.

Besondere Herausforderungen für pflegende Männer

Beruf und Pflege vereinbaren

Viele pflegende Männer arbeiten weiter in Vollzeit, oft weil sie Hauptverdiener sind. Pflege findet dann vor und nach der Arbeit statt – mit dem Risiko, dass Erholung zu kurz kommt. Dabei haben pflegende Angehörige gesetzliche Rechte auf Pflegezeit und Familienpflegezeit, die viele nicht kennen.

Über Belastung sprechen

Männer sprechen seltener über ihre Sorgen und suchen später Hilfe. Wer Belastungen allein trägt, riskiert Erschöpfung und Rückzug. Der Zeitaufwand der Pflege lässt außerdem Freundschaften und Hobbys leiden, was die Vereinsamung verstärken kann. Gezielte Selbstfürsorge-Strategien können diesem Kreislauf entgegenwirken.

Körperpflege und Scham

Besonders die Intimpflege ist für viele Männer ungewohnt, vor allem bei der eigenen Mutter oder Schwiegermutter. Schamgefühle auf beiden Seiten sind normal. Es hilft, vorher zu erklären, was als Nächstes passiert, die Wünsche der pflegebedürftigen Person zu respektieren und die Abläufe zu üben.

Unterstützung, die wirklich hilft

Pflegeberatung und Pflegestützpunkte

Wer Leistungen der Pflegeversicherung bezieht oder beantragt hat, hat Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung durch die Pflegekasse, auf Wunsch auch zu Hause. Pflegende Angehörige können daran teilnehmen. Pflegestützpunkte beraten ebenfalls kostenlos und kennen die Angebote vor Ort. Welche Anlaufstellen es gibt, zeigt unser Überblick zur kostenlosen Pflegeberatung.

Kostenlose Pflegekurse

Pflegekassen bieten Angehörigen kostenlose Pflegekurse an, auch als individuelle Schulung in der eigenen Wohnung. Dort lernen Sie zum Beispiel, wie Sie beim Waschen, Anziehen oder Umlagern helfen, ohne sich selbst zu überlasten. Gerade wer sich bei der Körperpflege unsicher fühlt, profitiert davon.

Austausch mit anderen

Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige gibt es in vielen Städten, teils speziell für Männer. Wer den persönlichen Austausch scheut, findet online Foren und Gesprächsgruppen. Pflegestützpunkte und Selbsthilfekontaktstellen vermitteln passende Gruppen.

Entlastung durch die Pflegekasse

Praktische Tipps für pflegende Männer

Mit dem Arbeitgeber sprechen

Viele Arbeitgeber sind offener, als man denkt. Sprechen Sie früh über flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice. Zusätzlich gibt es gesetzliche Ansprüche:

  • Kurzzeitige Arbeitsverhinderung: Bis zu zehn Arbeitstage im Jahr, um in einer akuten Pflegesituation die Versorgung zu organisieren. Als Lohnersatz gibt es das Pflegeunterstützungsgeld der Pflegekasse.

  • Pflegezeit: Bis zu sechs Monate vollständige oder teilweise Freistellung, in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten.

  • Familienpflegezeit: Bis zu 24 Monate Teilzeit mit mindestens 15 Wochenstunden, in Betrieben mit mehr als 25 Beschäftigten.

Die Details erklärt unser Ratgeber für pflegende Angehörige.

Auf sich selbst achten

Planen Sie feste Zeiten für sich ein und halten Sie Kontakt zu Freunden. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wenn Sie schlecht schlafen oder sich dauerhaft erschöpft fühlen. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern die Voraussetzung dafür, die Pflege lange durchzuhalten.

Einen passenden Pflegedienst in Ihrer Nähe finden Sie auf MeinPflegefinder.de.

FAQs

Wie viele Männer pflegen in Deutschland Angehörige?

Laut der Gesundheitsstudie GEDA 2019/2020 des Robert Koch-Instituts leisten 19,3 % der Männer informelle Pflege oder Hilfe, bei Frauen sind es 23,9 %. Mindestens zehn Stunden pro Woche pflegen 5,2 % der Männer.

Welche Unterstützung gibt es für pflegende Männer?

Kostenlose Pflegeberatung und Pflegekurse der Pflegekasse, Pflegestützpunkte, Selbsthilfegruppen sowie Entlastungsleistungen wie den Entlastungsbetrag, die Verhinderungspflege und die Kurzzeitpflege.

Wie lassen sich Beruf und Pflege vereinbaren?

Neben flexiblen Arbeitszeiten gibt es gesetzliche Ansprüche: bis zu zehn Tage kurzzeitige Arbeitsverhinderung mit Pflegeunterstützungsgeld, die Pflegezeit von bis zu sechs Monaten und die Familienpflegezeit von bis zu 24 Monaten.

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