COPD-Pflege zu Hause
COPD-Pflege zu Hause
COPD zu Hause bewältigen: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) erschwert den Alltag durch Atemnot, Husten und Schleimbildung. Mit gezielter Pflege, Atemtechniken und Anpassungen im Wohnumfeld lässt sich die Lebensqualität verbessern. Wichtig sind ein strukturierter Notfallplan, Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT), angepasste Ernährung und Bewegung. Angehörige sollten Exazerbationen früh erkennen und bei Pflegegraden finanzielle Unterstützung nutzen.
Wichtige Punkte:
COPD-Symptome: Husten, Atemnot, Schleim.
Pflegebedarf: Steigt mit den GOLD-Stadien (1–4).
Notfallmanagement: Lippenbremse, Notfallspray, Notruf 112.
Langzeit-Sauerstofftherapie: Mindestens 16 Stunden täglich.
Wohnungsanpassung: Rauchfrei, Haltegriffe, Treppenlift.
Pflegegrad: Leistungen wie Pflegegeld und Wohnraumanpassung beantragen.
Emotionale Unterstützung: Selbsthilfegruppen, Psychotherapie.
Mit der richtigen Kombination aus medizinischer Versorgung, Alltagsanpassungen und Unterstützung durch Fachkräfte können Betroffene und Angehörige den Alltag besser bewältigen.
Atemnot zu Hause bewältigen
Atemtechniken für COPD-Patienten
Die Lippenbremse ist eine bewährte Methode, um Atemnot bei COPD zu lindern. Dabei atmet man langsam durch fast geschlossene Lippen aus, ähnlich wie beim sanften Auspusten einer Kerze. Der dabei entstehende Druck hält die Atemwege offen – ein entscheidender Vorteil für COPD-Patienten. Regelmäßiges Üben dieser Technik sorgt dafür, dass sie im Ernstfall automatisch angewendet werden kann.
Auch bestimmte Körperhaltungen können das Atmen erleichtern. Im Kutschersitz sitzt man aufrecht, beugt sich leicht nach vorne und stützt die Unterarme auf die Oberschenkel. Die Torwartstellung, eine ähnliche Position im Stehen, sieht vor, dass man sich leicht nach vorne beugt und die Hände auf die Oberschenkel legt. Beide Haltungen entlasten die Atemmuskulatur und schaffen mehr Raum für die Lunge.
Ein weiterer Tipp: Ein kleiner Handventilator. Der kühle Luftstrom, der auf Nase und Mund gerichtet wird, kann spürbar zur Linderung der Atemnot beitragen. Neben diesen Maßnahmen ist ein gut vorbereiteter Notfallplan unverzichtbar.
Notfallplan bei schwerer Atemnot
Ein klarer, schriftlicher Notfallplan, am besten gemeinsam mit dem Hausarzt oder Pneumologen erstellt, gibt Sicherheit. Der Plan sollte enthalten:
Wichtige Kontaktdaten.
Notfallmedikamente mit genauen Dosierungen.
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für akute Situationen.
Das Notfallset – bestehend aus dem Notfallspray, einer Inhalierhilfe (Spacer) und dem Plan – sollte an einem festen, jedem bekannten Ort aufbewahrt werden.
In einer akuten Situation helfen folgende Schritte:
Ruhe bewahren und den Patienten beruhigen, da Panik die Atemnot verschlimmern kann.
Fenster öffnen, um frische Luft hereinzulassen, und enge Kleidung lockern.
Den Patienten in den Kutschersitz bringen.
Das schnell wirkende Notfallspray über den Spacer verabreichen und die Lippenbremse anleiten.
Gegebenenfalls einen Handventilator einsetzen.
Sollte die Atemnot in Ruhe auftreten, sich Lippen oder Finger bläulich verfärben, Verwirrtheit oder extreme Schläfrigkeit einsetzen oder die Notfallmedikamente keine Besserung bringen, ist der Notruf 112 unverzüglich zu kontaktieren.
Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT) zu Hause
Eine Langzeit-Sauerstofftherapie wird notwendig, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut (PaO₂) dauerhaft unter 55 mmHg liegt – oder unter 60 mmHg, wenn zusätzliche Beschwerden wie eine Rechtsherzinsuffizienz vorliegen. Um eine bessere Lebensqualität und Lebenserwartung zu erreichen, sollte die Therapie mindestens 16 Stunden täglich, idealerweise rund um die Uhr, durchgeführt werden.
Stationäre Sauerstoffkonzentratoren eignen sich für den dauerhaften Einsatz zu Hause, da sie Sauerstoff direkt aus der Raumluft gewinnen und kein Nachfüllen erfordern. Flüssigsauerstoff-Systeme bestehen aus einem großen Tank für den Heimgebrauch und einer mobilen, nachfüllbaren Flasche – ideal für Patienten, die unterwegs aktiv bleiben möchten. Die Wahl des passenden Systems hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem Lebensstil ab.
„Sauerstoff ist ein Medikament. Deswegen muss Sauerstoff auch individuell vom Arzt verordnet und dosiert werden." – Prof. Dr. Kurt Rasche, HELIOS Klinikum Wuppertal
Sicherheit steht an erster Stelle: Sauerstoff fördert die Verbrennung, daher sind offene Flammen, Kerzen und Hitzequellen strikt zu vermeiden. Rauchen ist absolut untersagt. „Firesafe"-Steckverbinder (ca. 10,90 €) können im Brandfall die Sauerstoffzufuhr automatisch unterbrechen. Nasenbrillen sollten alle vier Wochen ausgetauscht und Filter nach Herstellerangaben regelmäßig überprüft werden. Um Stolperfallen zu minimieren, sollten Sauerstoffschläuche entlang der Wände verlegt werden.
Tägliche Pflege: Ernährung, Medikamente und Mobilität
Ernährungsrichtlinien für COPD-Patienten
Fortgeschrittene COPD erfordert oft enorme Atemarbeit, die zu ungewolltem Gewichtsverlust, Untergewicht und Muskelabbau führen kann. Selbst das Schlucken wird zur Herausforderung, da dabei kurz die Luft angehalten werden muss – ein Problem, das bei Atemnot die Nahrungsaufnahme zusätzlich erschwert.
Statt großer Mahlzeiten sind mehrere kleine, kalorienreiche Portionen über den Tag verteilt oft besser geeignet. Langsames Essen mit Pausen hilft, Überanstrengung zu vermeiden. Um die Atmung zu stabilisieren, kann die Lippenbremse vor und nach den Mahlzeiten hilfreich sein. Blähende Lebensmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte oder kohlensäurehaltige Getränke sollten vermieden werden, da sie das Zwerchfell belasten und das Atmen erschweren.
Ausreichend Flüssigkeit ist ebenfalls essenziell, da die Langzeit-Sauerstofftherapie die Nasenschleimhäute austrocknen kann. Wasser, ungesüßte Tees und verdünnte Säfte helfen, die Atemwege feucht zu halten. Bei Gewichtsverlust ist es ratsam, eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, um den Kreislauf aus Muskelabbau und zunehmender Atemnot zu durchbrechen. Einen umfassenden Überblick über Ernährung in der häuslichen Pflege und Strategien gegen Mangelernährung finden Sie in unserem Ratgeber. Neben der Ernährung ist die richtige Anwendung von Medikamenten entscheidend für eine wirksame Therapie.
Medikamente richtig anwenden
Die korrekte Nutzung von Inhalatoren ist entscheidend, damit die Wirkstoffe die tiefen Atemwege erreichen. Ein Spacer (Inhalierhilfe) kann die Medikamentenabgabe verbessern und Koordinationsfehler verringern. Viele Patienten verwenden ihre Dosieraerosole falsch, wodurch ein Großteil des Wirkstoffs im Mund- und Rachenraum verbleibt.
Die Sauerstoff-Flussrate sollte niemals eigenmächtig verändert werden, da eine zu hohe Dosierung die Atmung beeinträchtigen und zu einer gefährlichen Anreicherung von CO₂ im Blut führen kann. Ein Notfallset – bestehend aus einem schnell wirkenden Bronchodilatator, einem Spacer und einem schriftlichen Notfallplan – sollte immer griffbereit sein. Bei der Langzeit-Sauerstofftherapie ist zudem auf strikte Hygiene zu achten, da wasserbasierte Luftbefeuchter bei mangelnder Reinigung Bakterien und Pilze begünstigen können. Einen vollständigen Überblick über Pflegehilfsmittel und deren Kostenübernahme erhalten Sie in unserem Ratgeber.
Neben Ernährung und Medikamenten trägt auch körperliche Aktivität wesentlich zur Lebensqualität bei.
Sichere Bewegung und körperliche Aktivität fördern
Bewegungsmangel führt häufig zu Muskelabbau, was die Atemnot verstärkt – ein Teufelskreis. Bereits leichte, angepasste Bewegungsprogramme können die Atemmuskulatur stärken und die Lebensqualität verbessern. Während körperlicher Anstrengung hilft die Lippenbremse, die Atmung zu kontrollieren und eine Überblähung der Lunge zu vermeiden.
Bei Atemnot während der Bewegung bieten Positionen wie der Kutschersitz oder die Torwartstellung schnelle Entlastung. Ein Rollator mit Sitzfläche ermöglicht jederzeit eine Pause und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Für längere Strecken können elektrische Scooter oder Rollstühle die Mobilität und Unabhängigkeit fördern.
Lungensportgruppen sind eine gute Möglichkeit, speziell abgestimmte Übungen unter fachkundiger Anleitung auszuführen. Ein Handventilator, der kühle Luft ins Gesicht bläst, kann akute Atemnot lindern. Mobile Sauerstoffsysteme, die ärztlich verordnet werden, können die Gehstrecke und körperliche Leistungsfähigkeit deutlich erhöhen. Viele Hilfsmittel, wie Rollatoren oder Pulsoximeter, werden von der Krankenkasse übernommen, wenn sie vom Arzt verschrieben werden.
Die Wohnung für die COPD-Pflege anpassen
Luftqualität verbessern und Reizstoffe reduzieren
Eine rauchfreie Umgebung ist absolut notwendig, da Zigarettenrauch die chronische Entzündung der Atemwege erheblich verschärfen kann. Auch andere Quellen von Feinstaub, wie offene Kamine, Kerzen oder Laserdrucker, sollten aus dem Wohnbereich entfernt werden.
Beim Lüften empfiehlt sich Stoßlüften: Öffnen Sie die Fenster für kurze Zeit vollständig, anstatt sie dauerhaft gekippt zu lassen. Dies minimiert die Belastung durch Abgase, besonders in Wohnungen an stark befahrenen Straßen. Reduzieren Sie Staubfänger wie Deko-Objekte und waschen Sie schwere Vorhänge regelmäßig. Vermeiden Sie trockenes Staubwischen, da es Partikel aufwirbelt – nutzen Sie stattdessen feuchte Mikrofasertücher und duftstofffreie, pH-neutrale Reinigungsmittel.
Die Luftfeuchtigkeit sollte im Gleichgewicht bleiben: Zu hohe Werte fördern Schimmel, während zu trockene Luft die Atemwege reizt. Kontrollieren Sie Zimmerpflanzen regelmäßig auf Schimmel in der Erde. Falls Haustiere vorhanden sind, ist ein Staubsauger mit HEPA-Filter besonders wichtig.
Wohnbereiche zugänglich und sicher gestalten
Bereits kleine Änderungen können den Alltag für Menschen mit eingeschränkter Mobilität deutlich erleichtern. Bodengleiche Duschen oder Badewannen mit Tür verringern die körperliche Belastung und minimieren das Risiko von Stürzen. Haltegriffe und Duschhocker erhöhen die Sicherheit zusätzlich.
In Häusern mit mehreren Etagen kann ein Treppenlift helfen, Stockwerke ohne Atemnot zu überwinden und schwere Gegenstände wie Wäschekörbe zu transportieren. Rollatoren mit Sitzfläche sollten jederzeit griffbereit sein, um bei Bedarf Pausen einlegen zu können. Sauerstoffgeräte und Inhalatoren sollten in allen häufig genutzten Räumen leicht zugänglich platziert werden.
Ein Hausnotrufsystem, das als Halskette oder Armband getragen wird, bietet zusätzliche Sicherheit, insbesondere für alleinlebende Patienten. Bei einem anerkannten Pflegegrad (1–5) können bis zu 4.000 € pro Maßnahme bei der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Umbauten beantragt werden.
Diese Anpassungen schaffen eine Grundlage für den sicheren Umgang mit Sauerstoff im häuslichen Umfeld.
Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang mit Sauerstoff
Sauerstoff ist hochentzündlich und kann Feuer stark verstärken. Offene Flammen, wie Kerzen, Kamine oder Zigaretten, sind in Räumen mit Sauerstoffgeräten strikt verboten. Sauerstoffflaschen und Konzentratoren sollten stets in gut belüfteten und leicht zugänglichen Bereichen aufbewahrt werden.
„Sauerstoff kann Feuer jeglicher Art erheblich anfachen. Deswegen kann die Benutzung von offenem Feuer oder Brand in der Nähe von Sauerstoff nicht nur lebensgefährlich für den Betroffenen sondern auch seine Umgebung sein." – Prof. Dr. Kurt Rasche, HELIOS Klinikum Wuppertal
Die vom Arzt verordnete Sauerstoff-Flussrate darf niemals eigenmächtig geändert werden, da eine zu hohe Dosierung gefährliche CO₂-Werte im Blut verursachen kann. Luftbefeuchter, die an Sauerstoffsysteme angeschlossen sind, müssen gründlich gereinigt werden, um die Ansammlung von Bakterien und Pilzen zu verhindern, die Lungeninfektionen auslösen könnten.
Unterstützungsangebote: Rechtlich, finanziell und emotional
Pflegegrad beantragen und Leistungen nutzen
Um finanzielle Unterstützung zu erhalten, ist der erste Schritt die Antragstellung bei der Pflegekasse. Wie Sie dabei Schritt für Schritt vorgehen, erfahren Sie in unserer Anleitung zur Pflegegrad-Beantragung. Dies kann unkompliziert telefonisch oder über die Website der Versicherung erfolgen. Anschließend führt der Medizinische Dienst (MD) eine Begutachtung durch. Dabei werden sechs Bereiche geprüft: Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, der Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen sowie soziale Kontakte. Mit unserem kostenlosen Pflegegradrechner erhalten Sie eine erste Einschätzung, welcher Pflegegrad in Frage kommen könnte.
Gerade bei COPD spielen Aspekte wie die richtige Nutzung von Inhalationsgeräten, die Organisation von Arztterminen, die körperliche Belastbarkeit (z. B. beim Treppensteigen) und die psychische Belastung durch Atemnot eine zentrale Rolle. Es ist sinnvoll, vor dem Termin mit dem MD die täglichen Pflegetätigkeiten in einem Pflegetagebuch zu dokumentieren, etwa Atemtherapie, Inhalationen oder Ruhepausen. Diese Aufzeichnungen helfen, den Pflegegrad korrekt einzustufen.
Pflegegrad | Pflegegeld (monatlich) | Zusätzliche Leistungen |
|---|---|---|
Pflegegrad 3 | 599 Euro | Verbrauchshilfsmittel bis 42 Euro/Monat |
Pflegegrad 4 | 800 Euro | Wohnraumanpassung bis 4.000 Euro |
Neben dem Pflegegeld gibt es weitere finanzielle Hilfen wie Pflegesachleistungen oder Verhinderungspflege (bis zu sechs Wochen im Jahr), die eine Entlastung ermöglichen. Diese Leistungen bilden die Grundlage für weiterführende Pflegeangebote, die im nächsten Abschnitt näher beschrieben werden.
Professionelle Pflegedienste mit MeinPflegefinder finden
Ambulante Pflegedienste übernehmen sowohl die Grundpflege (z. B. Körperhygiene, Ernährung, Mobilität) als auch die Behandlungspflege, zu der Aufgaben wie Medikamentengabe und Sauerstoffüberwachung gehören. Bei COPD unterstützen sie zusätzlich durch Atemgymnastik, spezielle Hustentechniken und die korrekte Nutzung von Geräten.
Ab Pflegegrad 2 haben Patient:innen einen gesetzlichen Anspruch auf diese Leistungen und können den Pflegedienst frei wählen. Mit Hilfe von MeinPflegefinder lassen sich Anbieter in der Region vergleichen und direkt kontaktieren. Unsere kostenlose Checkliste zur Pflegedienstauswahl hilft Ihnen bei der systematischen Bewertung. Für beatmete Patient:innen bieten spezialisierte Intensivpflegedienste eine 24-Stunden-Überwachung an. Neben der fachlichen Betreuung ist auch die emotionale Unterstützung durch diese Dienste von großer Bedeutung.
Emotionale und psychische Herausforderungen bewältigen
Neben der finanziellen und pflegerischen Unterstützung ist die emotionale Begleitung ein entscheidender Faktor. Die ständige Angst vor lebensbedrohlichen Atemnotanfällen belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Angehörigen. Oft wandelt sich eine Partnerschaft in eine intensive Pflegesituation, was die Beziehung nachhaltig verändert. Selbsthilfe- und Angehörigengruppen bieten hier einen Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenslagen – eine Unterstützung, die externe Angebote oft nicht abdecken.
Ein weiterer Ansatz ist die Psychopneumologie, die sich mit der Verbindung zwischen Lungenerkrankungen und psychischer Gesundheit beschäftigt. Gesprächstherapien oder Verhaltenstherapien können helfen, den Kreislauf aus Angst und Atemnot zu durchbrechen. In fortgeschrittenen Stadien bietet die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) psychologische Unterstützung, um die Lebensqualität zu Hause zu erhalten.
Ein Hausnotrufsystem kann die Belastung zusätzlich verringern, da es rund um die Uhr Hilfe bietet – auch in Abwesenheit von Angehörigen. Beratungsstellen unterstützen dabei, Erholungsphasen gezielt einzuplanen, etwa durch Kurzzeit- oder Verhinderungspflege, und helfen, die emotionale Last besser zu bewältigen.
Fazit: Lebensqualität bei COPD-Pflege zu Hause erhalten
Die Pflege von COPD-Patient:innen zu Hause verlangt eine durchdachte Kombination aus medizinischer Betreuung, praktischen Hilfen und emotionaler Unterstützung. Routine bedeutet Sicherheit – ein klar strukturierter Notfallplan mit wichtigen Kontaktnummern und griffbereiten Notfallmedikamenten kann die Angst vor akuten Atemnotattacken deutlich mindern. Ebenso spielt die konsequente Nutzung der Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT), idealerweise 24 Stunden täglich, eine zentrale Rolle für die Prognose und Lebensqualität.
Für Angehörige ist es entscheidend, professionelle Entlastungsangebote wie Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen, um eigene Pausen einzuplanen. Die rechtzeitige Beantragung eines Pflegegrads eröffnet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch den Zugang zu ambulanten Diensten, die sich um spezialisierte Atemtherapie und das Medikamentenmanagement kümmern. Diese organisatorischen Maßnahmen gehen Hand in Hand mit der emotionalen Unterstützung, die ebenfalls essenziell ist.
Die psychische Belastung durch die ständige Angst vor Erstickungsanfällen sollte nicht unterschätzt werden. Der Austausch in Selbsthilfegruppen oder die psychopneumologische Beratung können helfen, den Kreislauf aus Angst und Atemnot zu durchbrechen. Ein Hausnotrufsystem bietet zusätzliche Sicherheit, besonders wenn Angehörige nicht permanent anwesend sein können.
Lebensqualität bei COPD bedeutet Anpassung statt Verzicht: Mit mobilen Sauerstoffgeräten können Hobbys weiterhin ausgeübt und soziale Kontakte durch Rollatoren mit Sauerstoffhalterung gepflegt werden. Diese technischen Hilfsmittel machen es möglich, trotz körperlicher Einschränkungen aktiv zu bleiben und einer emotionalen Isolation vorzubeugen. Durch die Kombination aus medizinischer Versorgung, technischen Hilfen und emotionaler Stärke können Betroffene und ihre Familien ein würdevolles Leben in den eigenen vier Wänden führen.
MeinPflegefinder unterstützt Sie dabei, die richtige Balance aus medizinischer Betreuung, technischer Ausstattung und emotionaler Unterstützung zu finden – für eine COPD-Pflege, die Sicherheit und Lebensqualität zu Hause ermöglicht.
FAQs
Wie erkenne ich eine Exazerbation frühzeitig?
Eine Exazerbation bei COPD zeigt sich durch eine plötzliche Verschlimmerung der Atemnot, einen verstärkten Husten und eine Zunahme des Auswurfs. Diese Beschwerden halten mindestens zwei Tage an und weisen auf eine akute Verschlechterung des Zustands hin.
Wie bekomme ich ein Sauerstoffgerät verordnet und bezahlt?
Ein Sauerstoffgerät wird verordnet, wenn ein nachgewiesener Sauerstoffmangel im Blut besteht und eine Langzeit-Sauerstofftherapie medizinisch erforderlich ist. In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten, vorausgesetzt, die Notwendigkeit wird ärztlich bestätigt. Für die Verordnung wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.
Welche Pflegeleistungen kann ich bei COPD beantragen?
Wenn Sie an COPD leiden, können Sie verschiedene Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, die Ihnen den Alltag erleichtern. Dazu gehören:
Ambulante Unterstützung: Hilfe bei der Körperpflege, Mobilität, Ernährung oder der Einnahme von Medikamenten.
Pflegehilfsmittel: Geräte wie Sauerstoffgeräte, Inhalatoren oder Pflegebetten, die speziell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.
Diese Leistungen stehen häufig ab Pflegegrad 3 oder 4 zur Verfügung. Außerdem gibt es die Möglichkeit der Verhinderungspflege, die Angehörige entlastet, wenn sie vorübergehend verhindert sind. Pflegedienste können ebenfalls wertvolle Unterstützung im Alltag bieten.
Die Kosten für diese Leistungen werden in der Regel von der Pflege- oder Krankenkasse übernommen, abhängig von Ihrem individuellen Bedarf und den bestehenden Voraussetzungen.
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