Pflegezusatzversicherung: Vergleich, Kosten & wann sich der Abschluss lohnt
Pflegezusatzversicherung: Vergleich, Kosten & wann sich der Abschluss lohnt
Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Pflegekosten ab – ein Pflegeheimplatz kostet im Schnitt 2.500 € pro Monat. Über 10 Jahre können sich Pflegekosten so schnell auf mehrere hunderttausend Euro summieren. Ohne zusätzliche Absicherung drohen finanzielle Engpässe oder der Verlust von Vermögen. Eine private Pflegezusatzversicherung kann helfen, diese Lücke zu schließen. Es gibt vier Hauptarten:
Pflegetagegeldversicherung: Flexibel einsetzbare Tagespauschale, z. B. für ambulante Pflege oder Angehörige. Beiträge: 32 € (25 Jahre) bis 115 € (55 Jahre).
Pflegekostenversicherung: Erstattet nachgewiesene Restkosten. Günstiger, aber weniger flexibel.
Pflege-Rentenversicherung: Monatliche Rente, teurer, aber beitragsstabil.
Pflege-Bahr: Staatlich gefördert, keine Gesundheitsprüfung, aber geringe Leistungen.
Tipp: Früh abschließen (zwischen 45 und 55 Jahren), da Beiträge mit dem Alter steigen. Prüfen Sie, welche Variante zu Ihrer Lebenssituation passt.
1. Pflegetagegeldversicherung
Leistungen und Absicherung
Die Pflegetagegeldversicherung bietet Ihnen einen festen, frei verwendbaren Tagessatz, ohne dass Sie Rechnungen oder Belege einreichen müssen. Diese flexible Auszahlung kann dabei helfen, individuelle Versorgungslücken zu schließen – sei es für professionelle Pflegedienste, die Unterstützung durch Angehörige, eine Haushaltshilfe oder andere Ausgaben wie Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege.
Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach dem Pflegegrad. Den vollen Tagessatz erhalten Sie in der Regel erst ab Pflegegrad 4 oder 5, während bei niedrigeren Pflegegraden ein anteiliger Betrag gezahlt wird. Sobald der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) den Pflegegrad feststellt, beginnt die Zahlung – ohne zusätzliche Prüfungen. Erfahren Sie, wie Sie sich optimal auf die MDK-Begutachtung vorbereiten.
Kosten nach Eintrittsalter
Die monatlichen Beiträge hängen stark vom Alter bei Vertragsabschluss ab. Ein paar Beispiele:
Mit 25 Jahren zahlen Sie etwa 32 € monatlich.
Mit 45 Jahren liegen die Kosten zwischen 60 € und 75 € monatlich.
Mit 55 Jahren betragen die Beiträge etwa 90 € bis 115 € monatlich.
Ein 50-Jähriger, der einen täglichen Betrag von 50 € bei Pflegegrad 5 absichern möchte, muss je nach Anbieter mit monatlichen Kosten zwischen 100 € und 230 € rechnen. Beachten Sie, dass die Beiträge im Laufe der Zeit steigen können. Gründe dafür sind unter anderem höhere Pflegekosten und eine steigende Lebenserwartung. So gab es beispielsweise im Juli 2025 bei einigen Tarifen eine Erhöhung um 40 %.
Flexibilität und Einschränkungen
Ein großer Vorteil der Pflegetagegeldversicherung ist die freie Verwendbarkeit der ausgezahlten Beträge. Allerdings führen die meisten Anbieter vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung durch.
Achten Sie darauf, dass der Tarif eine Beitragsbefreiung beinhaltet. Gute Tarife setzen Ihre Beitragszahlungen aus, sobald Sie pflegebedürftig werden. Empfehlenswert ist auch eine Dynamisierung des Vertrags, damit das Tagegeld regelmäßig an steigende Kosten angepasst wird.
Für wen eignet sich diese Variante?
Die Pflegetagegeldversicherung zählt zu den beliebtesten Formen der privaten Pflegeabsicherung, da sie Ihnen viel Gestaltungsfreiheit lässt. Sie eignet sich besonders, wenn Sie ambulante Pflege zu Hause, Unterstützung durch Angehörige oder später eine Unterbringung im Pflegeheim planen. Angesichts der Tatsache, dass etwa 84 % der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden und 55 % ausschließlich von Angehörigen betreut werden, bietet diese Versicherung eine flexible Möglichkeit, finanzielle Lücken zu schließen. Einen Überblick über alle staatlichen Zuschüsse für die häusliche Pflege finden Sie in unserem Ratgeber.
Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen ist die Pflegetagegeldversicherung jedoch weniger geeignet. In solchen Fällen kann die Pflege-Bahr-Versicherung eine sinnvolle Alternative sein, da sie keine Gesundheitsprüfung erfordert. Im nächsten Abschnitt werfen wir einen Blick auf die Pflegekostenversicherung, die nach dem Erstattungsprinzip funktioniert.
2. Pflegekostenversicherung
Leistungen und Absicherung
Die Pflegekostenversicherung basiert auf dem Erstattungsprinzip und deckt nur die Kosten ab, die nach den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung übrig bleiben. Die Erstattung erfolgt entweder als fester Prozentsatz der gesetzlichen Leistung oder als anteilige Übernahme der Restkosten bis zu einer festgelegten Höchstgrenze. Meistens umfassen die Tarife nur Pflegeleistungen, die im Leistungskatalog der gesetzlichen Pflegeversicherung (SGB XI) enthalten sind. Kosten für Unterkunft und Verpflegung in Pflegeheimen – sogenannte Hotelkosten – sind in der Regel ausgeschlossen. Anders als bei der Pflegetagegeldversicherung müssen hier Rechnungen von professionellen Pflegediensten oder Pflegeheimen eingereicht werden. Diese Anforderungen machen die Pflegekostenversicherung zu einem klar abgegrenzten Modell.
„Bei der Pflegekostenversicherung zahlt der Versicherer nur nachgewiesene Pflegekosten. Oft werden nur Kosten für Leistungen übernommen, die im Katalog der gesetzlichen Pflegeversicherung aufgeführt sind." – Verbraucherzentrale
Kosten und Beiträge
Für eine 50-jährige Person liegen die Beiträge meist zwischen 32 € und 130 €. Die genauen Kosten hängen vom gewählten Leistungsumfang und dem Anbieter ab. Wie bei anderen privaten Pflegezusatzversicherungen können die Beiträge im Laufe der Zeit ansteigen.
Flexibilität und Einschränkungen
Diese Versicherung setzt voraus, dass alle Rechnungen gesammelt und eingereicht werden. Pflege durch Angehörige wird von den meisten Tarifen entweder gar nicht oder nur in deutlich geringerem Umfang vergütet als professionelle Pflege. Wer auf familiäre Pflege setzt, sollte daher über Alternativen nachdenken, da diese Variante ausschließlich professionelle Leistungen absichert.
Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt, ist die Beitragsbefreiung. Viele Tarife verlangen weiterhin Beiträge, selbst wenn Sie bereits pflegebedürftig sind. Zudem wird bei Pflegegrad 1 oft keine Leistung erbracht. Falls Sie noch keinen Pflegegrad haben, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie den Antrag korrekt stellen.
Für wen eignet sich diese Variante?
Diese Form der Pflegeversicherung eignet sich besonders für Menschen, die professionelle ambulante Pflege oder eine stationäre Unterbringung im Pflegeheim in Anspruch nehmen möchten. Allerdings werden etwa 84 % der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, und 55 % werden ausschließlich von Angehörigen gepflegt. Für solche Familien ist der Nutzen dieser Versicherung begrenzt. Wer jedoch auf professionelle Pflege setzt und bereit ist, Belege einzureichen, kann mit dieser Option eine gezielte Kostenabsicherung erreichen.
Im nächsten Abschnitt geht es um die Pflege-Rentenversicherung, die auf eine lebenslange monatliche Rente ausgelegt ist.
3. Pflege-Rentenversicherung
Leistungen und Absicherung
Die Pflege-Rentenversicherung bietet eine garantierte monatliche Rente, sobald ein bestimmter Pflegegrad erreicht wird. Diese Auszahlung kann flexibel genutzt werden – sei es für Pflegeleistungen, die Unterstützung von Angehörigen oder für Haushaltshilfen. Dabei erfolgt die Auszahlung oft gestaffelt: Während bei Pflegegrad 4 oder 5 meist die volle Rente gezahlt wird, erhalten Versicherte bei niedrigeren Pflegegraden oft nur einen Teilbetrag oder gar keine Leistungen. Es ist daher ratsam, einen Tarif zu wählen, der auch bei Pflegegrad 1 oder 2 Leistungen vorsieht. Mit unserem Pflegegradrechner können Sie vorab einschätzen, welcher Pflegegrad für Ihre Situation infrage kommt.
Ein Vorteil vieler Tarife ist die Beitragsbefreiung nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit – das bedeutet, dass keine weiteren Beiträge mehr gezahlt werden müssen. Zusätzlich können Überschussbeteiligungen die garantierte Rente erhöhen und so die finanzielle Absicherung weiter verbessern.
Kosten und Beiträge
Die Pflege-Rentenversicherung zählt zu den teureren Varianten der Pflegezusatzversicherung. Die Beiträge sind in der Regel zwei- bis dreimal so hoch wie bei einer Pflegetagegeldversicherung. So zahlt ein 55-Jähriger für eine Pflegetagegeldversicherung etwa 90 € monatlich, während die Kosten für eine Pflege-Rentenversicherung deutlich höher liegen. Für junge Erwachsene gibt es jedoch oft spezielle Starter-Tarife: Ein 25-Jähriger zahlt beispielsweise rund 26,65 € monatlich für eine garantierte Leistung von etwa 1.923 € (oder 2.500 € inklusive Überschüssen) ab Pflegegrad 2. Diese höheren Beiträge spiegeln den Anspruch wider, eine mögliche Finanzierungslücke in der Pflegeversorgung langfristig zu schließen.
Ein weiterer Vorteil: Die Beiträge bleiben konstant, was langfristige Planungssicherheit bietet.
„Eine Pflege-Rentenversicherung ist in der Regel beitragsstabil: Sowohl der Beitrag als auch der Leistungsumfang werden zu Vertragsbeginn festgelegt." – Verbraucherzentrale
Flexibilität und Einschränkungen
Die Pflege-Rentenversicherung hat Ähnlichkeiten mit einer Lebensversicherung, da sie einen Kapitalwert aufbaut. Das bedeutet, dass bei einer Vertragskündigung ein Teil der eingezahlten Beiträge zurückgezahlt wird – im Gegensatz zu anderen Modellen, bei denen das gesamte Kapital verloren geht. Aufgrund der höheren Beiträge eignet sich diese Versicherung vor allem für Personen mit einem höheren Einkommen.
Ein wichtiger Punkt ist die Inflation: Was heute als ausreichende Rente erscheint, könnte in 20 bis 30 Jahren deutlich an Kaufkraft verlieren. Daher ist es sinnvoll, Tarife mit einer Dynamik-Option zu wählen, die die Leistungen an steigende Kosten anpasst.
Für wen eignet sich diese Variante?
Die Pflege-Rentenversicherung ist besonders für Menschen mit höherem Einkommen geeignet, die langfristig Wert auf finanzielle Sicherheit legen und vermeiden möchten, dass bei einer Vertragskündigung alle Beiträge verloren gehen. Wer zudem sein Vermögen, wie beispielsweise Immobilien, schützen möchte, um es an die Erben weiterzugeben, kann von diesem Modell profitieren. Für Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen bei anderen Tarifen abgelehnt wurden, bietet eine Unfall-Pflegerente eine mögliche Alternative. Diese Variante greift speziell dann, wenn die Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall verursacht wird.
Angesichts der durchschnittlichen Pflegeheimkosten von rund 2.500 € - 3.000 € pro Monat ist es wichtig, die vereinbarte Rente so zu gestalten, dass sie die Versorgungslücke vollständig abdeckt.
4. Pflege-Bahr-Versicherung
Leistungen und Absicherung
Die Pflege-Bahr-Versicherung ist eine staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung. Der Staat unterstützt diese Versicherung mit einem monatlichen Zuschuss von 5 €, vorausgesetzt, der Versicherte zahlt mindestens 10 € Eigenbeitrag. Besonders hervorzuheben: Es gibt keine Gesundheitsprüfung, keine Risikozuschläge und keine Leistungsausschlüsse aufgrund von Vorerkrankungen.
Für Pflegegrad 5 wird eine Mindestleistung von 600 € monatlich garantiert. Die Förderung sieht zudem gestaffelte Leistungen für die anderen Pflegegrade vor: mindestens 30 % für Pflegegrad 2, 20 % für Pflegegrad 1 und 10 % für den früheren Pflegegrad 0. Das ausgezahlte Geld kann frei verwendet werden, ähnlich wie bei anderen Pflegetagegeldversicherungen. Eine Wartezeit von fünf Jahren ist üblich, entfällt jedoch häufig, wenn die Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall verursacht wird.
Kosten und Beiträge
Die monatlichen Mindestkosten betragen 15 € (10 € Eigenbeitrag plus 5 € staatlicher Zuschuss). Besonders bei jungen Versicherten kann der Zuschuss bis zu 33 % der Gesamtprämie abdecken. Mit steigendem Alter erhöhen sich die Beiträge deutlich: Ein 40-Jähriger zahlt beispielsweise etwa 14 € monatlich (inklusive Zuschuss) für die Mindestleistung, während ein 50-Jähriger rund 24 € aufbringen muss.
Da die Versicherer jeden Antragsteller akzeptieren müssen, kalkulieren sie mit einem höheren Risiko. Das führt dazu, dass die Prämien oft höher ausfallen als bei vergleichbaren regulären Tarifen. Ein weiterer Nachteil: Selbst nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit müssen Beiträge weitergezahlt werden, was die tatsächliche finanzielle Entlastung reduziert.
Nach der Betrachtung der Kosten werfen wir nun einen Blick auf die Flexibilität und Einschränkungen dieser Versicherung.
Flexibilität und Einschränkungen
Obwohl die garantierte Annahme ein Vorteil ist, reichen die Leistungen oft nicht aus, um die Versorgungslücke komplett zu schließen. Verbraucherschützer kritisieren, dass staatlich geförderte Verträge häufig schlechtere Konditionen bieten als vergleichbare private Tarife.
„Weil die Anbieter niemanden ablehnen dürfen, verlangen sie einen höheren Beitrag. Es ist zu erwarten, dass vor allem Menschen mit Erkrankungen dieses Angebot nutzen werden." – Finanztip
Versicherte, die Grundsicherung oder Sozialhilfe beziehen, können den Vertrag bis zu drei Jahre beitragsfrei ruhen lassen. Einige Anbieter bieten zudem Kombi-Tarife an, bei denen der geförderte Pflege-Bahr-Basisschutz mit einem nicht geförderten Zusatzbaustein kombiniert wird, um die Versorgungslücke besser auszugleichen.
Für wen eignet sich diese Variante?
Die Pflege-Bahr-Versicherung ist besonders interessant für Personen mit Vorerkrankungen oder höherem Eintrittsalter. Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck, die bei regulären privaten Versicherungen abgelehnt würden oder hohe Risikozuschläge zahlen müssten, profitieren von der garantierten Annahme. Auch ältere Personen, die aufgrund ihres Alters keine andere private Absicherung mehr erhalten, können von diesem Tarif Gebrauch machen.
Für gesunde Personen ist diese Versicherung hingegen meist weniger attraktiv. Reguläre Pflegetagegeldversicherungen mit Gesundheitsprüfung bieten in der Regel bessere Leistungen bei niedrigeren Beiträgen. Wer zudem die fünfjährige Wartezeit nicht überbrücken kann oder baldige Pflegebedürftigkeit absehen kann, sollte andere Optionen prüfen. Unsere 10 Sofortmaßnahmen bei Pflegebedürftigkeit helfen Ihnen, schnell die richtigen Schritte einzuleiten.
Vor- und Nachteile im Überblick
Die Pflegetagegeldversicherung punktet mit großer Flexibilität, da die Leistungen frei verwendet werden können. Das ist besonders hilfreich bei individuellen Pflegesituationen. Der Nachteil: Die Beiträge können im Laufe der Zeit steigen, was eine langfristige Planung erschwert.
Die Pflegekostenversicherung bietet oft niedrigere Beiträge, erfordert jedoch Nachweise für professionelle Pflegeleistungen. Wer auf familiäre Unterstützung setzt, geht oft leer aus oder erhält nur stark reduzierte Leistungen. Zudem deckt diese Versicherung nicht alle Kosten, wie z. B. Unterkunftskosten im Pflegeheim.
Bei der Pflege-Rentenversicherung überzeugen die stabilen Beiträge und die garantierten Auszahlungen. Allerdings ist sie wesentlich teurer als andere Modelle. Sie eignet sich vor allem für Personen mit höherem Einkommen, die ihr Vermögen absichern möchten. Ein Vorteil: Bei Kündigung bleibt zumindest ein Teil des eingezahlten Kapitals erhalten – ein Merkmal, das bei den meisten anderen Varianten fehlt.
Der Pflege-Bahr ist die einzige Option für Menschen mit schweren Vorerkrankungen, da hier keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Allerdings sind die Leistungen oft gering (häufig nur etwa 600 € monatlich bei Pflegegrad 5), und die fünfjährige Wartezeit macht eine schnelle Absicherung unmöglich. Für gesunde Personen ist dieser Tarif weniger attraktiv, da andere Versicherungen bessere Konditionen bieten.
Versicherungstyp | Hauptvorteil | Hauptnachteil | Kosten (55 Jahre) |
|---|---|---|---|
Pflegetagegeld | Freie Verwendung der Leistung | Beiträge können steigen | 80–90 € |
Pflegekosten | Oft günstigere Beiträge | Nur für professionelle Pflege | 60–75 € (geschätzt) |
Pflege-Rente | Stabile Beiträge, Kapitalerhalt | Sehr hohe Kosten | 138 € |
Pflege-Bahr | Keine Gesundheitsprüfung | Niedrige Leistungen, 5 Jahre Wartezeit | 15–25 € |
Fazit
Die Wahl der richtigen Zusatzversicherung hängt stark von Ihrer Lebenssituation und Ihrem Alter ab. Für die meisten Menschen bietet eine Pflegetagegeldversicherung die größte Flexibilität, da die ausgezahlten Beträge nach eigenem Ermessen genutzt werden können – beispielsweise auch für die Pflege durch Angehörige. Für Personen mit Vorerkrankungen ist oft der Pflege-Bahr die einzige Option, da hier keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Allerdings sind die Leistungen dieser Variante in der Regel begrenzt.
Ohne private Vorsorge wird die Versorgungslücke im Pflegeheim, die durchschnittlich zwischen 1.500 € und 2.500 € pro Monat liegt, schnell zu einer erheblichen Belastung für Ihr Vermögen. Wie Sie Pflegekosten über zehn Jahre und mehr langfristig finanzieren, erfahren Sie in unserem Finanzierungsratgeber. Sabine Baierl-Johna von Finanztest rät:
„Setzen Sie sich frühzeitig mit der Frage einer möglichen Pflegebedürftigkeit im Alter auseinander, damit Sie sich darüber klar werden, was Sie dann möchten und wie das finanziert werden könnte".
Wichtig ist, nur Verträge abzuschließen, die auch im Rentenalter finanziell tragbar sind. Wer über ein größeres Vermögen verfügt, kann möglicherweise auf eine Versicherung verzichten.
Beachten Sie, dass die Beiträge jedes Jahr steigen und gesundheitliche Einschränkungen den Zugang zu einer Versicherung komplett verhindern können. Besonders für Menschen zwischen 45 und 55 Jahren ist jetzt der richtige Zeitpunkt, aktiv zu werden – später wird es nicht nur teurer, sondern unter Umständen gar nicht mehr möglich. Unsere kostenlose Checkliste unterstützt Sie bei der Auswahl des passenden Pflegedienstes, falls der Pflegefall eintritt. Treffen Sie frühzeitig die notwendigen Entscheidungen, um Ihre finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.
FAQs
Welche Pflegezusatzversicherung passt am besten zu meiner Lebenssituation?
Die Entscheidung für die passende Pflegezusatzversicherung sollte gut überlegt sein und hängt von Faktoren wie Ihrem Alter, Ihrer familiären Situation und Ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Es gibt vier Hauptvarianten, die jeweils unterschiedliche Vorteile bieten: Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung, Pflege-Rentenversicherung und die staatlich geförderte Pflege-Bahr-Versicherung.
Unter 40 Jahren: Hier ist die Pflegetagegeldversicherung oft eine sinnvolle Wahl. Sie überzeugt durch niedrige Beiträge und bietet gleichzeitig eine hohe Flexibilität.
Zwischen 40 und 55 Jahren: Eine Pflegekostenversicherung ist in diesem Alter besonders interessant, da sie die tatsächlichen Pflegekosten abdeckt und somit Ihr Vermögen schützt.
Über 55 Jahren: Für diese Altersgruppe bietet die Pflege-Rentenversicherung eine gute Lösung. Sie sorgt für Planungssicherheit durch eine lebenslange monatliche Rentenzahlung.
Risikogruppen (z. B. alleinstehend, kinderlos oder mit niedrigem Einkommen): Ein frühzeitiger Abschluss einer Pflegezusatzversicherung ist hier besonders wichtig, um von niedrigen Beiträgen und umfassendem Schutz zu profitieren.
Wichtige Punkte, die Sie bei der Wahl beachten sollten, sind unter anderem Wartezeiten, mögliche Ausschlüsse bei Vorerkrankungen und die Option einer Dynamik-Klausel, mit der die Beiträge an die Inflation angepasst werden können. Eine gründliche Analyse Ihrer persönlichen Bedürfnisse hilft Ihnen, die für Sie passende Versicherung zu finden.
Wie wirkt sich das Alter bei Vertragsabschluss auf die Kosten der Pflegezusatzversicherung aus?
Das Alter, in dem Sie eine Pflegezusatzversicherung abschließen, spielt eine entscheidende Rolle für die Höhe der monatlichen Beiträge. Wenn Sie die Versicherung in jungen Jahren abschließen, profitieren Sie von deutlich niedrigeren Beiträgen. Warum? Ganz einfach: Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, ist in jungen Jahren geringer, und die Kosten können über einen längeren Zeitraum verteilt werden.
Anders sieht es aus, wenn Sie erst später im Leben – etwa ab 50 oder 60 Jahren – eine solche Versicherung abschließen. In diesem Fall steigen die Prämien erheblich an, da das Risiko einer Pflegebedürftigkeit mit dem Alter zunimmt. Versicherer berücksichtigen dieses höhere Risiko bei der Kalkulation der Beiträge. Deshalb kann es sich finanziell lohnen, frühzeitig eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen und so langfristig Kosten zu senken.
Welche Vorteile bietet die Pflege-Bahr-Versicherung im Vergleich zu anderen Pflegezusatzversicherungen?
Die Pflege-Bahr-Versicherung ist die einzige private Pflegezusatzversicherung in Deutschland, die mit staatlicher Unterstützung angeboten wird. Wenn Sie mindestens 5 € monatlich einzahlen, erhalten Sie zusätzlich einen Zuschuss von 5 € pro Monat. Das bedeutet, dass Sie schon mit kleinen Beträgen eine Basisabsicherung für den Pflegefall aufbauen können.
Ein großer Vorteil dieser Versicherung ist die vereinfachte Gesundheitsprüfung. Selbst Menschen mit Vorerkrankungen, die bei anderen Versicherungen oft abgelehnt werden, haben hier die Möglichkeit, sich abzusichern. Diese Kombination aus finanzieller Förderung und leichter Zugänglichkeit macht die Pflege-Bahr-Versicherung besonders interessant für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder einem begrenzten Budget.
Es gibt jedoch auch Einschränkungen: Die Leistungen der Pflege-Bahr-Versicherung sind in der Regel geringer als bei anderen Modellen, wie zum Beispiel der Pflegetagegeld- oder Pflegekostenversicherung. Daher eignet sich diese Versicherung vor allem als Grundabsicherung, die bei Bedarf durch weitere Versicherungen ergänzt werden kann.
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