Pflegebett richtig nutzen und einstellen
Pflegebett richtig nutzen und einstellen
Ein Pflegebett erleichtert den Alltag von Pflegebedürftigen und Pflegenden erheblich. Es bietet nicht nur Komfort und Sicherheit, sondern unterstützt auch bei Transfers, Pflegearbeiten und der Vermeidung von Stürzen. Elektrisch verstellbare Modelle sind der Standard und ermöglichen eine individuelle Anpassung der Liege- und Arbeitshöhen. Die Kosten für ein Pflegebett übernimmt in der Regel die Kranken- oder Pflegekasse, sofern eine medizinische Notwendigkeit besteht. Wichtig ist ein ärztliches Rezept oder eine Empfehlung einer Pflegefachkraft.
Wichtige Vorteile eines Pflegebetts:
Höhenverstellbarkeit: Arbeitshöhe für Pflegende (40–80 cm) und Sicherheit für Pflegebedürftige.
Flexibilität: Anpassbare Rücken- und Beinteile für Komfort und medizinische Bedürfnisse.
Sicherheitsfunktionen: Seitengitter, Niederflurbetten und Sturzmatten reduzieren Risiken.
Kostenübernahme: Meist als Leihgabe mit einer Zuzahlung von maximal 10 €.
So beantragen Sie ein Pflegebett:
Rezept vom Arzt oder Empfehlung einer Pflegefachkraft einholen.
Antrag bei der Krankenkasse einreichen, inklusive Kostenvoranschlag.
Nach Genehmigung erfolgt Lieferung, Aufbau und Einweisung.
Pflegebetten sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, von Standard- bis Schwerlastmodellen. Elektrische Varianten bieten mehr Komfort und Selbstständigkeit. Regelmäßige Wartung und Sicherheitsprüfungen sind notwendig, um Funktion und Sicherheit zu gewährleisten.
Wann Sie ein Pflegebett benötigen
Medizinische Situationen, die ein Pflegebett erforderlich machen
Ein Pflegebett wird notwendig, wenn eine Person bettlägerig ist, unter starken Transferschmerzen leidet oder ein erhöhtes Sturzrisiko aufgrund eingeschränkter Mobilität besteht. Typische Ursachen hierfür sind orthopädische Erkrankungen, neurologische Diagnosen wie Schlaganfall oder Demenz sowie die Erholungsphase nach Unfällen oder Operationen, beispielsweise an der Hüfte.
Menschen, die nicht mehr selbstständig in ein normales Bett ein- oder aussteigen können, profitieren von einem Pflegebett. Es bietet eine höhenverstellbare Liegefläche, die Pflegemaßnahmen erleichtert, und ermöglicht spezielle Lagerungen, etwa zum Essen oder bei Atemproblemen. Diese Anforderungen bilden die Basis für die Beantragung eines Pflegegrades und die Kostenübernahme.
Voraussetzungen für Pflegegrad und Kostenübernahme
Ein Pflegegrad ist nicht zwingend erforderlich, um ein Pflegebett zu erhalten. Haben Sie noch keinen Pflegegrad beantragt, hilft Ihnen der Pflegegradrechner bei einer ersten Einschätzung der Pflegebedürftigkeit. Die Krankenkasse kann die Kosten übernehmen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht, da das Bett als „technisches Hilfsmittel“ gemäß § 33 SGB V gilt. Bei vorhandenem Pflegegrad (1–5) übernimmt die Pflegekasse die Kosten, sofern das Bett die Pflege erleichtert oder Beschwerden lindert. In diesem Fall wird es als Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI eingestuft.
Wichtig: Ein ärztliches Rezept, das das Bett als „behindertengerechtes Bett“ bezeichnet, ist notwendig. Seit dem 1. Januar 2022 kann auch eine Empfehlung einer Pflegefachkraft ausreichen. Bestellen Sie das Pflegebett jedoch erst nach schriftlicher Genehmigung durch die Versicherung, da rückwirkende Erstattungen in der Regel ausgeschlossen sind.
Nachdem die formalen Voraussetzungen geklärt sind, stellt sich die Frage, wie ein Pflegebett den Alltag von Pflegebedürftigen und Pflegenden erleichtert.
Wie Pflegebetten Patienten und Pflegenden helfen
Pflegebetten bieten nicht nur medizinischen Nutzen, sondern auch praktische Vorteile: Für Pflegebedürftige sorgen elektrisch verstellbare Höhen (40–80 cm) sowie anpassbare Rücken- und Beinteile für mehr Komfort beim Essen, Lesen und Ruhen. Spezielle Niederflurbetten, die sich auf 20–25 cm absenken lassen, verringern das Verletzungsrisiko bei Stürzen, ein wichtiger Vorteil für Menschen mit Demenz.
Für Pflegende sind die Vorteile ebenfalls erheblich. Die Möglichkeit, das Bett auf eine ergonomische Arbeitshöhe (bis 80 cm) einzustellen, macht Tätigkeiten wie Waschen, Anziehen oder Wundversorgung rückenschonender. Auch Transfers, etwa vom Bett in einen Rollstuhl oder Toilettenstuhl, werden dadurch erleichtert.
So beantragen Sie ein Pflegebett
Rezept vom Arzt besorgen
Der erste Schritt führt Sie zu Ihrem Hausarzt oder einem Facharzt. Dieser stellt ein ärztliches Rezept aus, auf dem unbedingt der Begriff „behindertengerechtes Bett" stehen muss, nicht lediglich „Pflegebett". Eine medizinische Begründung ist ebenfalls erforderlich. Seit dem 1. Januar 2022 können Sie alternativ eine Empfehlung von einer Pflegefachkraft, etwa aus einem ambulanten Pflegedienst, nutzen. Wichtig dabei: Diese Empfehlung darf nicht älter als 14 Tage sein.
„Der erste und wichtigste Schritt ist das Gespräch mit dem Hausarzt. Dieser stellt eine ärztliche Verordnung aus, auf der ‚behindertengerechtes Bett' vermerkt sein muss." – Pflegeantrag.de
Mit diesem Rezept oder der Empfehlung können Sie den formellen Antrag bei Ihrer Krankenkasse vorbereiten.
Antrag bei der Krankenkasse einreichen
Bringen Sie das Rezept zu einem Sanitätshaus Ihrer Wahl. Dort wird ein Kostenvoranschlag erstellt, der zusammen mit dem Rezept bei der Krankenkasse eingereicht wird. Wichtig: Bestellen Sie das Pflegebett erst, wenn Sie eine schriftliche Genehmigung erhalten haben. Die Bearbeitung dauert in der Regel 3 bis 5 Wochen. Sollte es dringend sein, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, können Sie über den Sozialdienst der Klinik eine Schnellversorgung beantragen.
Falls die Krankenkasse den Medizinischen Dienst (MD) hinzuzieht, verlängert sich die Bearbeitungszeit auf maximal 5 Wochen. Wird Ihr Antrag abgelehnt, haben Sie vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Fordern Sie in diesem Fall die Begründung sowie das MD-Gutachten an, um Ihre Argumente zu stärken. So stellen Sie sicher, dass das Pflegebett rechtzeitig bereitgestellt wird und den Pflegealltag erleichtert.
Kosten und Kassenleistungen
Nach Genehmigung des Antrags übernimmt die Krankenkasse alle Kosten für das Pflegebett als Leihgabe. Dazu gehören Lieferung, Aufbau, Einweisung, Wartung, Reparaturen und jährliche Sicherheitsprüfungen. Versicherte ab 18 Jahren zahlen lediglich eine Zuzahlung von maximal 10 €. Wenn Sie eine Befreiungskarte besitzen, entfällt diese Zuzahlung. Zusätzlich können Sie eine Erstattung der Stromkosten beantragen, die sich auf etwa 15 bis 30 € pro Jahr belaufen.
Pflegebett-Typen und ihre Funktionen
Die Wahl des richtigen Pflegebetts ist entscheidend für eine sichere und komfortable Pflegeumgebung, sowohl für die pflegebedürftige Person als auch für die Pflegenden.
Standard-, Komfort- und Schwerlast-Pflegebetten
Standard-Pflegebetten sind die vielseitigen Alleskönner unter den Pflegebetten. Sie bieten elektrische Verstellmöglichkeiten für Höhe, Rückenteil und Fußteil. Mit ihrem Holzrahmen wirken sie wohnlich und besitzen arretierbare Rollen für eine einfache Bewegung. Die Kosten liegen zwischen 1.000 € und 2.500 €, und diese Betten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Komfortbetten, auch bekannt als Seniorenbetten mit Pflegefunktion, kombinieren Funktionalität mit Ästhetik. Sie integrieren die notwendige Technik unauffällig in ein ansprechendes Design, das sich gut in private Wohnräume einfügt. Wer den Wohnraum darüber hinaus barrierefrei gestalten möchte, findet im Ratgeber Wohnraumanpassung in der Pflege: Diese Umbaumaßnahmen zahlt die Kasse alle Informationen zu Zuschüssen und förderfähigen Umbaumaßnahmen. Die Funktionen ähneln denen eines Standardbetts, jedoch sind sie oft mit hochwertigeren Materialien und leiseren Motoren ausgestattet.
Schwerlast-Pflegebetten sind speziell für Personen mit höherem Körpergewicht entwickelt. Sie verfügen über eine verstärkte Konstruktion, breitere Liegeflächen und leistungsstärkere Motoren. Diese Modelle bewegen sich preislich zwischen 2.500 € und über 6.000 €.
Hinweis zur Auswahl: Für Personen mit einem Gewicht von über 120 bis 150 kg ist ein Schwerlastbett unerlässlich, nicht nur zur Sicherheit, sondern auch, um die Motoren langlebig zu halten. Bei Sturzgefahr oder Demenz wird ein Niederflurbett empfohlen.
Betttyp | Tragfähigkeit | Liegefläche | Haupteinsatz |
|---|---|---|---|
Standard | 120–150 kg | 90 x 200 cm | Allgemeine häusliche Pflege |
Komfort | 120–150 kg | 90/100 x 200 cm | Pflege mit wohnlicher Optik |
Schwerlast | 185–500 kg | 120 x 200 cm | Für Personen mit hohem Gewicht |
Im nächsten Abschnitt geht es um die Unterschiede zwischen manuellen und elektrischen Verstellmöglichkeiten.
Manuell oder elektrisch verstellbar
Elektrische Pflegebetten sind heute der Standard. Sie verfügen über eine vierteilige Liegefläche und mehrere Motoren, die per Handschalter die Höhe, das Rückenteil und das Beinteil einstellen. Moderne Modelle arbeiten mit 24-Volt-Technik, bei der Strom nur während der Verstellung fließt.
Manuelle Pflegebetten hingegen benötigen körperliche Kraft für die Verstellung. Diese Betten bieten nur Basisfunktionen und werden selten von der Krankenkasse übernommen. Der Preis liegt meist zwischen 500 € und 1.000 €.
Für Pflegebedürftige bieten elektrische Modelle einen großen Vorteil: Sie können ihre Sitz- oder Liegeposition selbstständig ändern, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein. Für Pflegende sind sie ebenfalls eine Erleichterung, da die elektrische Höhenverstellung bei der Pflege, beim Füttern oder bei Therapien den Rücken schont. Aus diesem Grund übernehmen Krankenkassen in der Regel nur elektrische Pflegebetten.
Neben der Art der Verstellung spielen auch die Motorfunktionen eine zentrale Rolle.
Motorfunktionen und Verstellmöglichkeiten
Standard-Elektrobetten sind mit 3 bis 4 Motoren ausgestattet. Diese steuern die Höhenverstellung (40–80 cm) sowie die Anpassung von Rücken- und Beinteil. Bei Niederflurbetten kann die Mindesthöhe auf 20–25 cm gesenkt werden, um Stürze zu vermeiden.
Die Rückenteilverstellung erleichtert das Sitzen, sei es zum Essen, Lesen oder Fernsehen. Sie ermöglicht auch Gespräche auf Augenhöhe und kann bei Atemproblemen helfen. Das Beinteil ist separat verstellbar: Funktionen wie der „Kniekick“ oder die Wadenanhebung fördern die Durchblutung und entlasten Druckpunkte.
Eine weitere Funktion ist die Trendelenburg-Position, bei der die gesamte Liegefläche gekippt wird. Diese Einstellung kann bei Herz- oder Kreislaufproblemen therapeutisch sinnvoll sein. Zudem gibt es eine Sperrfunktion am Handschalter, mit der Pflegende bestimmte Einstellungen blockieren können – besonders wichtig bei Patienten mit Demenz, um unbeabsichtigte Verstellungen zu verhindern.
Pflegebett richtig einstellen
Aufbauend auf den Grundlagen zur Beantragung und den Funktionen des Pflegebetts erfahren Sie hier, wie Sie es optimal einstellen. Die richtige Einstellung erleichtert den Alltag für Pflegebedürftige und Pflegende und sorgt für mehr Sicherheit. Dabei hängt die optimale Position von der jeweiligen Situation ab – sei es beim Aufstehen, Essen oder Schlafen.
Betthöhe für sichere Transfers einstellen
Die Betthöhe sollte so eingestellt werden, dass die Füße im Sitzen flach auf dem Boden stehen. Niederflurbetten bieten hier eine besondere Funktion: Sie können auf etwa 25 cm abgesenkt werden, was besonders für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Sturzrisiko hilfreich ist.
Für Pflegearbeiten wie Waschen oder Verbandswechsel ist es wichtig, das Bett auf eine Höhe von 65 bis 80 cm anzuheben. So können Pflegende aufrecht arbeiten und den Rücken schonen. Beim Transfer vom Bett in einen Rollstuhl sollte das Bett etwas höher als die Sitzfläche des Rollstuhls eingestellt werden.
Vergessen Sie nicht, vor jedem Transfer die Feststellbremse zu aktivieren. Platzieren Sie den Handschalter immer in Reichweite, damit mobile Patienten die Höhe selbst anpassen können.
Neben der Betthöhe spielen auch die richtigen Einstellungen für Mahlzeiten und Schlaf eine wichtige Rolle.
Optimale Positionen für Essen und Schlafen
Beim Essen ist eine aufrechte Sitzposition entscheidend, um das Schlucken zu erleichtern und Verschlucken zu vermeiden. Stellen Sie das Rückenteil auf 45 bis 60 Grad hoch und winkeln Sie das Beinteil leicht an. Das sorgt dafür, dass die Person nicht nach unten rutscht. Ein gefaltetes Handtuch unter den Sitzbeinhöckern kann zusätzlich Stabilität bieten.
Beim Schlafen empfiehlt sich eine flache oder leicht erhöhte Position des Rückenteils. Besonders bei Atemproblemen wie Asthma oder COPD ist eine leichte Oberkörperhochlagerung hilfreich. Moderne Pflegebetten mit vierteiligen Liegeflächen erlauben flexible Anpassungen, um sowohl Komfort als auch medizinische Notwendigkeiten zu berücksichtigen.
Um Druckgeschwüre zu vermeiden, sind zudem spezielle Lagerungstechniken wichtig.
Lagerung zur Dekubitus-Prophylaxe
Regelmäßiges Umlagern ist der beste Schutz vor Druckgeschwüren. Mikrolagerungen, also kleine Veränderungen der Position, können dabei besonders nachts oder bei schmerzempfindlichen Patienten hilfreich sein. Hierfür werden gefaltete Handtücher unter Schulter, Hüfte oder Wade platziert, um die Druckpunkte zu entlasten. Spezielle Seitenlagerungsbetten ermöglichen eine seitliche Neigung der Liegefläche um bis zu 30 Grad, was zusätzliche Entlastung bringt.
Beim Umlagern gilt: Heben Sie die Person immer an, statt sie zu ziehen, um Hautverletzungen durch Scherkräfte zu vermeiden. Überprüfen Sie bei jedem Positionswechsel die Haut auf Rötungen, Blasen oder Abschürfungen. Besonders gefährdet sind Fersen, Steißbein, Schulterblätter und der Hinterkopf. Mit der MeinPflegetagebuch-App lassen sich Lagerungszeiten, Hautbefunde und Vitalwerte einfach per Spracheingabe dokumentieren, praktisch auch für die Vorlage beim MD oder Pflegedienst.
Sicherheitsfunktionen und Transfer-Techniken
Nach der optimalen Einstellung des Pflegebetts geht es nun darum, dessen sichere Nutzung im Alltag zu gewährleisten. Sicherheitsfunktionen minimieren Sturzrisiken, während gut durchdachte Transfertechniken sowohl Pflegebedürftige als auch Pflegende entlasten. Im Folgenden werden die wichtigsten Sicherheitsmerkmale und Techniken näher beschrieben.
Seitengitter und alternative Lösungen
Seitengitter sollen ausschließlich verhindern, dass jemand unkontrolliert aus dem Bett fällt. Sie sind keinesfalls dazu gedacht, jemanden „einzusperren“. Wenn eine verwirrte Person versucht, über ein durchgehendes Seitengitter zu klettern, sollte dieses sofort entfernt werden, da dies das Sturzrisiko erheblich erhöht.
Eine sinnvolle Alternative sind geteilte Seitengitter. Diese bieten Schutz vor dem Herausrollen, ermöglichen aber dennoch ein selbstständiges Ein- und Aussteigen. Niederflurbetten, die sich bis auf Bodenhöhe absenken lassen, sind eine weitere Möglichkeit, das Risiko von Stürzen zu reduzieren. Ergänzend können weiche Seitenpolster verwendet werden, die ein unbewusstes Herausrollen verhindern, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Zusätzliche Sicherheit bieten elektronische Bettkantenalarme oder Alarmtrittmatten. Diese informieren diskret, wenn jemand das Bett verlässt, und kommen dabei ganz ohne physische Barrieren aus.
Neben diesen statischen Sicherheitsmaßnahmen spielen auch effiziente Transfertechniken eine wichtige Rolle.
Anleitung für sichere Transfers
Der Transfer vom Bett in den Rollstuhl erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Positionieren Sie den Rollstuhl leicht schräg, stellen Sie die Feststellbremsen ein und nutzen Sie die Fernbedienung, um die Person in eine sitzende Position zu bringen. Das Bett sollte dabei so weit abgesenkt werden, dass die Füße sicher den Boden berühren.
Wenn die Person nicht eigenständig stehen kann, kann ein Rutschbrett helfen, die Distanz zwischen Bettkante und Rollstuhl zu überbrücken. Ein Haltegürtel, der um die Taille gelegt wird, bietet zusätzlichen Halt, ohne Druck auf Arme oder Beine auszuüben. Führen Sie den Transfer langsam und kontrolliert durch. Sanfte, gleitende Bewegungen sind sicherer als hastige oder ruckartige Aktionen.
Notfall-Funktionen und Bedienelemente
Moderne Pflegebetten verfügen über eine Notabsenkung, die es ermöglicht, das Bett bei einem Stromausfall entweder manuell oder über ein Batterie-Backup abzusenken. Es ist wichtig, mit dieser Funktion vertraut zu sein, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Die Fernbedienung des Betts sollte immer griffbereit sein und Sperrfunktionen besitzen, um unbeabsichtigte Einstellungen zu verhindern. Außerdem ist darauf zu achten, dass alle Kabel sicher außerhalb des Bettgestells verlaufen und vor Feuchtigkeit geschützt sind.
Da Pflegebetten als medizinische Geräte gelten, ist gemäß der Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) eine jährliche Sicherheitsprüfung erforderlich. Diese umfasst die Überprüfung elektrischer Komponenten, der Bremsen und der Stabilität des Bettgestells.
Matratzen, Zubehör und Problemlösungen
Die Wahl der richtigen Matratze und des passenden Zubehörs spielt eine entscheidende Rolle im Pflegealltag. Gleichzeitig können kleinere technische Probleme auftreten, die sich oft schnell beheben lassen. Hier erfahren Sie, wie Sie mit der richtigen Ausstattung und gezielten Maßnahmen typische Herausforderungen meistern.
Die richtige Matratze und Schutzauflagen wählen
In den meisten Pflegebetten kommen Standardmatratzen (90 x 200 cm oder 100 x 200 cm) zum Einsatz. Diese sind häufig mit einem Inkontinenzbezug ausgestattet und bieten grundlegenden Komfort für allgemeine Pflegesituationen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität empfiehlt sich jedoch eine Anti-Dekubitus-Matratze. Diese verhindert durch ihre Luftdurchlässigkeit und gleichmäßige Druckverteilung die Entstehung von Druckgeschwüren. Solche Spezialmatratzen passen sich an das Körpergewicht an und sollten bereits auf dem ärztlichen Rezept vermerkt sein, damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt.
Um die Matratze vor Feuchtigkeit zu schützen, sind wasserdichte Matratzenschoner aus atmungsaktivem Polyurethan (PU) eine gute Wahl. Sie beeinträchtigen den Liegekomfort nicht. Für zusätzliche Unterstützung gibt es smarte Matratzenauflagen, die Bewegungsmangel, Nässe oder das ungewollte Verlassen des Bettes erkennen und Pflegekräfte alarmieren. Achten Sie darauf, dass die Matratze stabil zum Bettgestell passt.
Praktisches Zubehör für den Pflegealltag
Ein Bettgalgen mit dreieckigem Haltegriff ermöglicht es Patienten mit ausreichender Arm- und Rumpfkraft, sich selbstständig aufzurichten. Alternativ können Bettleitern am Fußende angebracht werden, an denen sich die Person in eine sitzende Position ziehen kann. Überfahrbare Beistelltische, die zwischen 199 EUR und 569 EUR kosten, sind höhenverstellbar und lassen sich über das Bett schieben. Ideal für Mahlzeiten oder Aktivitäten im Bett.
Zur Sicherheit können Sturzmatten (ca. 199 EUR) neben Niederflurbetten platziert werden, um Verletzungen bei Stürzen abzufedern. Seitengitterpolster verhindern, dass Arme oder Beine zwischen den Gitterstäben eingeklemmt werden. Für kleinere Personen, die im Bett nach unten rutschen, bieten sich spezielle Bettverkürzungen an.
Häufige Probleme mit Pflegebetten lösen
Pflegebetten können gelegentlich technische Probleme aufweisen, die oft mit einfachen Maßnahmen behoben werden können:
Quietschgeräusche: Diese entstehen durch trockene Gelenke oder lockere Schrauben. Eine halbjährliche Schmierung und das Nachziehen der Schrauben schaffen Abhilfe.
Funktionsstörungen der Fernbedienung: Überprüfen Sie zunächst alle Kabel und Steckverbindungen. Für zu kurze Kabel gibt es spezielle Verlängerungskabel für 24V-Systeme.
Patient rutscht im Bett nach unten: Stellen Sie das Beinteil leicht an, um eine „Mulde“ zu erzeugen, die das Wegrutschen verhindert.
Bei elektrischen Defekten sollten Sie das Sanitätshaus kontaktieren, da Reparaturen ausschließlich von autorisierten Fachkräften durchgeführt werden dürfen. Pflegebetten gelten als Medizinprodukte und müssen jährlich gemäß der Medizinprodukte-Betreiberverordnung einer Sicherheitsprüfung (STK) unterzogen werden. Zusätzlich empfiehlt sich alle sechs Wochen eine Sichtprüfung von Kabeln, Steckern und mechanischen Teilen.
Die wichtigsten Punkte zur Nutzung und Wartung Ihres Pflegebetts
Hier sind die zentralen Hinweise, um Ihr Pflegebett richtig zu nutzen und in gutem Zustand zu halten.
Ein Pflegebett sollte zwischen 25 cm und 80 cm höhenverstellbar sein. Für eine rückenschonende Arbeitshöhe wird eine minimale Einstellung von 65 cm empfohlen. Dank der 4-teiligen Liegefläche können Sie das Bett an verschiedene Aktivitäten wie Essen, Lesen oder Fernsehen anpassen. Für mobile Patienten ist es wichtig, die Höhe so einzustellen, dass sie selbstständig ein- und aussteigen können. Dazu sollte mindestens eine Seite des Seitengitters abgesenkt werden. Diese individuellen Anpassungen sind die Basis für eine sichere und komfortable Nutzung.
Regelmäßige Wartung für Sicherheit und Langlebigkeit
Neben der richtigen Einstellung ist die Pflege und Wartung Ihres Bettes entscheidend. Sicherheitschecks sollten alle sechs Wochen erfolgen. Dabei sollten Sie Kabel, Stecker, mechanische Teile und die Stabilität der Seitengitter visuell prüfen. Stellen Sie sicher, dass die Rollen immer arretiert sind, um Stabilität während Transfers oder Pflegehandlungen zu gewährleisten. Zudem ist es sinnvoll, sich mit der Notabsenkung vertraut zu machen, um das Bett bei einem Stromausfall manuell absenken zu können.
Als Medizinprodukt ist Ihr Pflegebett verpflichtet, jährlich einer Sicherheitsprüfung nach der Medizinprodukte-Betreiberverordnung unterzogen zu werden. Bei Leihbetten übernimmt die Krankenkasse oder das Sanitätshaus die Kosten für diese Prüfungen und eventuelle Reparaturen. Auch die jährlichen Stromkosten, die sich auf etwa 15 EUR bis 30 EUR belaufen, können Sie mit der Hilfsmittelnummer bei Ihrer Krankenkasse geltend machen.
Wartungsplan im Überblick
Wartungsaufgabe | Häufigkeit | Verantwortung |
|---|---|---|
Sichtprüfung (Kabel, Stecker, Mechanik) | Alle 6 Wochen | Pflegende Person/Nutzer |
Schmierung & Schrauben nachziehen | Alle 6 Monate | Autorisierter Techniker |
Elektrische Sicherheitsprüfung (MPBetreibV) | Jährlich | Autorisierter Techniker |
Funktionsprüfung (Bremsen, Rollen, Gestell) | Jährlich | Autorisierter Techniker |
Durch diese regelmäßigen Kontrollen bleibt Ihr Pflegebett nicht nur funktionstüchtig, sondern auch sicher. Reparaturen sollten immer von autorisierten Fachkräften durchgeführt werden. Bei technischen Problemen wenden Sie sich direkt an Ihr Sanitätshaus, viele bieten einen 24-Stunden-Notdienst an.
FAQs
Wie lange dauert die Genehmigung eines Pflegebetts bei der Krankenkasse?
Die Genehmigung eines Pflegebetts durch die Krankenkasse kann einige Wochen in Anspruch nehmen. Wie lange es genau dauert, hängt davon ab, wie schnell die eingereichten Unterlagen geprüft werden und welche Besonderheiten in der individuellen Situation des Antragstellers vorliegen.
Welche Matratze passt zu meinem Pflegebett (auch bei Dekubitus-Risiko)?
Eine Matratze mit Wechseldruckfunktion ist ideal, wenn ein Risiko für Dekubitus besteht. Sie arbeitet, indem sie den Druck gleichmäßig verteilt und in regelmäßigen Intervallen verändert. So werden Druckgeschwüre effektiv verhindert und die Haut entlastet.
Wann sind Seitengitter sinnvoll und wann besser Niederflurbett oder Sturzmatte?
Seitengitter können eine hilfreiche Maßnahme sein, um Stürze zu vermeiden, insbesondere bei Menschen mit einem hohen Risiko für Stürze oder bei Demenz. Alternativ bieten sich Niederflurbetten oder Sturzmatten an, vor allem in Fällen mit extrem hohem Sturzrisiko, etwa bei stark eingeschränkter Mobilität oder der Gefahr des Weglaufens. Die Wahl zwischen diesen Möglichkeiten sollte stets individuell getroffen werden, um sowohl die Sicherheit als auch die Bewegungsfreiheit der betroffenen Person bestmöglich zu berücksichtigen.
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