Medizinischer Dienst (MD) – Definition & Bedeutung

Aktualisiert: 17.03.2026 · Pflege-Glossar

Der Medizinische Dienst (MD) – bis 2021 als MDK bekannt – ist die zentrale Begutachtungsstelle der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherung. Er beurteilt, wie selbstständig ein Mensch im Alltag ist, und empfiehlt auf dieser Grundlage den passenden Pflegegrad.

Aufgaben des Medizinischen Dienstes

Der MD erfüllt zwei wesentliche Aufgaben im deutschen Pflegesystem:

  • Pflegegrad-Begutachtung: Nach einem Antrag auf Pflegeleistungen besucht ein Gutachter des MD die antragstellende Person zu Hause. Anhand des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) wird die Selbstständigkeit in sechs Modulen bewertet – von Mobilität über kognitive Fähigkeiten bis zur Alltagsgestaltung. Die ermittelten Punkte (12,5 bis 100) bestimmen den empfohlenen Pflegegrad. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zur MD-Begutachtung.
  • Qualitätsprüfungen: Der MD kontrolliert regelmäßig ambulante Pflegedienste und stationäre Einrichtungen. Dabei wird geprüft, ob Pflegestandards eingehalten werden und die Versorgung den vereinbarten Leistungen entspricht.

Das NBA – Neues Begutachtungsassessment

Seit 2017 wird die Pflegebedürftigkeit nicht mehr nach Zeitaufwand, sondern nach dem Grad der Selbstständigkeit beurteilt. Das NBA umfasst sechs Module, die unterschiedlich gewichtet werden:

  1. Mobilität (10 %)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (zusammen mit Modul 2: 15 %)
  4. Selbstversorgung (40 %)
  5. Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen (20 %)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %)

Je höher die Gesamtpunktzahl, desto höher der zugewiesene Pflegegrad. Wie Sie den Pflegegrad beantragen, erklären wir im zugehörigen Ratgeber-Artikel.

Tipp – Pflegetagebuch führen: Dokumentieren Sie mindestens zwei Wochen lang alle Situationen, in denen die pflegebedürftige Person Hilfe benötigt. Notieren Sie Uhrzeit, Art der Unterstützung und Dauer. Mit MeinPflegetagebuch geht das besonders einfach – per Spracheingabe. Das Pflegetagebuch ist bei der MD-Begutachtung eine wertvolle Gedächtnisstütze und hilft dem Gutachter, den tatsächlichen Hilfebedarf realistisch einzuschätzen.

Vorbereitung auf die Begutachtung

Der MD kündigt seinen Besuch in der Regel schriftlich an. Nutzen Sie die Zeit bis zum Termin, um alle relevanten Unterlagen zusammenzustellen: ärztliche Befunde, Medikamentenpläne, Krankenhausberichte und Ihr Pflegetagebuch. Bitten Sie eine Vertrauensperson, etwa die pflegende Angehörige oder einen Angehörigen, beim Termin anwesend zu sein. So wird sichergestellt, dass der Gutachter ein vollständiges Bild der Pflegesituation erhält.

Häufig gestellte Fragen

Der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) wurde 2021 in Medizinischer Dienst (MD) umbenannt. Er ist eine unabhängige Institution, die im Auftrag der Pflege- und Krankenkassen die Pflegebedürftigkeit begutachtet, Pflegegrade empfiehlt und Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen durchführt.
Der MD hat zwei Hauptaufgaben: Erstens begutachtet er die Pflegebedürftigkeit von Antragstellern anhand des Neuen Begutachtungsassessments (NBA) und empfiehlt einen Pflegegrad. Zweitens führt er Qualitätsprüfungen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen durch, um die Einhaltung von Pflegestandards sicherzustellen.
Führen Sie mindestens zwei Wochen vor dem Termin ein Pflegetagebuch, in dem Sie alle Hilfestellungen und Einschränkungen im Alltag dokumentieren. Legen Sie ärztliche Berichte, Medikamentenpläne und Krankenhausentlassungsberichte bereit. Bitten Sie eine Vertrauensperson, beim Termin anwesend zu sein – und schildern Sie ehrlich Ihren schlechtesten Tag, nicht den besten.

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