Dekubitus – Definition & Bedeutung

Aktualisiert: 27.04.2026 · Pflege-Glossar

Ein Dekubitus – umgangssprachlich auch Druckgeschwür oder Wundliegen genannt – entsteht, wenn Haut und Gewebe durch anhaltenden Druck geschädigt werden. Er zählt zu den häufigsten Komplikationen in der Pflege und betrifft vor allem bettlägerige oder stark bewegungseingeschränkte Menschen. Die Vorbeugung (Dekubitusprophylaxe) gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Grundpflege und Behandlungspflege.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein Dekubitus entsteht, wenn Druck die kleinen Blutgefäße im Gewebe zusammenpresst und die Durchblutung unterbrochen wird. Risikofaktoren sind unter anderem:

  • Immobilität – durch Bettlägerigkeit, Rollstuhlgebundenheit oder Lähmungen
  • Feuchtigkeit – durch Inkontinenz oder starkes Schwitzen
  • Mangelernährung – verschlechtert die Widerstandsfähigkeit der Haut
  • Durchblutungsstörungen – z. B. bei Diabetes mellitus oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit

Kategorien nach EPUAP

Kategorie Beschreibung
I Nicht wegdrückbare Hautrötung bei intakter Haut
II Teilverlust der Haut (Blase oder oberflächliche Wunde)
III Vollständiger Verlust der Haut bis zur Unterhaut
IV Vollständiger Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Muskeln

Vorbeugung in der Pflege

Die Dekubitusprophylaxe ist ein zentraler Bestandteil des Pflegealltags und wird bei der MD-Begutachtung als Qualitätsmerkmal geprüft. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Regelmäßige Lagerungswechsel – etwa alle 2 Stunden, je nach individuellem Risiko
  • Druckentlastende Hilfsmittel – z. B. Wechseldruckmatratzen oder Lagerungskissen (als Pflegehilfsmittel finanzierbar)
  • Hautpflege und -beobachtung – tägliche Inspektion gefährdeter Stellen
  • Mobilisation – frühzeitige Bewegungsförderung, so weit möglich
Expertenstandard Dekubitusprophylaxe: Der Expertenstandard des DNQP (Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege) ist für alle Pflegeeinrichtungen verbindlich. Er verpflichtet Pflegedienste und -heime zu einer systematischen Risikoeinschätzung und individuellen Prophylaxeplanung bei jedem pflegebedürftigen Menschen.

Häufig gestellte Fragen

Ein Dekubitus (Druckgeschwür) ist eine lokale Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch anhaltenden Druck entsteht – typischerweise bei Menschen, die bettlägerig sind oder lange sitzen. Am häufigsten betroffen sind Stellen wie Steißbein, Fersen, Hüftknochen und Schulterblätter.
Die Einteilung erfolgt nach dem EPUAP-System in vier Kategorien: Kategorie I zeigt eine nicht wegdrückbare Hautrötung, Kategorie II eine Blase oder oberflächliche Wunde, Kategorie III einen Gewebeverlust bis zur Unterhaut, Kategorie IV einen vollständigen Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Muskeln.
Die wichtigsten Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe sind regelmäßige Lagerungswechsel (alle 2 Stunden), druckentlastende Hilfsmittel wie Wechseldruckmatratzen, gute Hautpflege, ausreichende Ernährung und Flüssigkeitszufuhr sowie frühzeitige Mobilisation.

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