Dekubitus – Definition & Bedeutung
Ein Dekubitus – umgangssprachlich auch Druckgeschwür oder Wundliegen genannt – entsteht, wenn Haut und Gewebe durch anhaltenden Druck geschädigt werden. Er zählt zu den häufigsten Komplikationen in der Pflege und betrifft vor allem bettlägerige oder stark bewegungseingeschränkte Menschen. Die Vorbeugung (Dekubitusprophylaxe) gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Grundpflege und Behandlungspflege.
Ursachen und Risikofaktoren
Ein Dekubitus entsteht, wenn Druck die kleinen Blutgefäße im Gewebe zusammenpresst und die Durchblutung unterbrochen wird. Risikofaktoren sind unter anderem:
- Immobilität – durch Bettlägerigkeit, Rollstuhlgebundenheit oder Lähmungen
- Feuchtigkeit – durch Inkontinenz oder starkes Schwitzen
- Mangelernährung – verschlechtert die Widerstandsfähigkeit der Haut
- Durchblutungsstörungen – z. B. bei Diabetes mellitus oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit
Kategorien nach EPUAP
| Kategorie | Beschreibung |
|---|---|
| I | Nicht wegdrückbare Hautrötung bei intakter Haut |
| II | Teilverlust der Haut (Blase oder oberflächliche Wunde) |
| III | Vollständiger Verlust der Haut bis zur Unterhaut |
| IV | Vollständiger Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Muskeln |
Vorbeugung in der Pflege
Die Dekubitusprophylaxe ist ein zentraler Bestandteil des Pflegealltags und wird bei der MD-Begutachtung als Qualitätsmerkmal geprüft. Die wichtigsten Maßnahmen sind:
- Regelmäßige Lagerungswechsel – etwa alle 2 Stunden, je nach individuellem Risiko
- Druckentlastende Hilfsmittel – z. B. Wechseldruckmatratzen oder Lagerungskissen (als Pflegehilfsmittel finanzierbar)
- Hautpflege und -beobachtung – tägliche Inspektion gefährdeter Stellen
- Mobilisation – frühzeitige Bewegungsförderung, so weit möglich
Häufig gestellte Fragen
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