Pflegestufe – Definition & Bedeutung
Pflegestufen waren das Einstufungssystem der deutschen Pflegeversicherung von 1995 bis Ende 2016. Seit dem 1. Januar 2017 wurden sie durch die fünf Pflegegrade ersetzt, die eine deutlich gerechtere Bewertung der Pflegebedürftigkeit ermöglichen.
Das alte System: Pflegestufen 0–III
| Pflegestufe | Bezeichnung | Zeitaufwand/Tag |
|---|---|---|
| Stufe 0 | Eingeschränkte Alltagskompetenz (z. B. Demenz) | kein Mindestaufwand |
| Stufe I | Erhebliche Pflegebedürftigkeit | mind. 90 Minuten |
| Stufe II | Schwere Pflegebedürftigkeit | mind. 3 Stunden |
| Stufe III | Schwerste Pflegebedürftigkeit | mind. 5 Stunden |
| Härtefall | Außergewöhnlich hoher Pflegebedarf | mind. 7 Stunden |
Die Einstufung erfolgte durch den damaligen MDK (heute Medizinischer Dienst), der den täglichen Zeitaufwand für Körperpflege, Ernährung und Mobilität ermittelte.
Warum die Pflegestufen abgeschafft wurden
Das zeitbasierte System hatte erhebliche Schwächen: Es konzentrierte sich fast ausschließlich auf den körperlichen Pflegebedarf. Menschen mit Demenz, psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen, die zwar wenig körperliche Pflege, aber intensive Betreuung und Beaufsichtigung benötigten, erhielten oft keine oder nur eine sehr niedrige Einstufung. Mit den neuen Pflegegraden wird seit 2017 die Selbstständigkeit insgesamt bewertet, unabhängig davon, ob die Einschränkungen körperlicher, kognitiver oder psychischer Natur sind. Einen vollständigen Überblick über das aktuelle System finden Sie im Ratgeber zu den Pflegegraden.
Überleitung: So wurden Pflegestufen umgerechnet
| Alte Pflegestufe | Neuer Pflegegrad (somatisch) | Neuer Pflegegrad (kognitiv) |
|---|---|---|
| Pflegestufe 0 | – | Pflegegrad 2 |
| Pflegestufe I | Pflegegrad 2 | Pflegegrad 3 |
| Pflegestufe II | Pflegegrad 3 | Pflegegrad 4 |
| Pflegestufe III | Pflegegrad 4 | Pflegegrad 5 |
| Härtefall | Pflegegrad 5 | Pflegegrad 5 |
Die Faustregel: Rein körperlich Beeinträchtigte (somatisch) erhielten den nächsthöheren Pflegegrad (+1). Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz (kognitiv, z. B. Demenz) wurden zwei Stufen hochgestuft (+2) und profitierten damit besonders von der Umstellung.
Häufig gestellte Fragen
Weiterführende Ratgeber-Artikel
Pflegedienst in Ihrer Nähe finden
Vergleichen Sie kostenlos Pflegedienste in Ihrer Region und finden Sie die passende Unterstützung.
Jetzt Pflegedienst finden →Weitere Glossar-Begriffe
24-Stunden-Pflege
24-Stunden-Pflege bezeichnet die Betreuung durch eine im Haushalt lebende Betreuungskraft – tatsächlich eine Alltagsbegleitung, keine durchgehende Pflege rund um die Uhr.
Alltagsbegleiter
Alltagsbegleiter unterstützen pflegebedürftige Menschen bei Alltagsaktivitäten wie Einkaufen, Spaziergängen oder Behördengängen – finanzierbar über den Entlastungsbetrag.
Ambulante Pflege
Ambulante Pflege bezeichnet die pflegerische Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in ihrer häuslichen Umgebung durch professionelle Pflegedienste.
Außerklinische Intensivpflege
Außerklinische Intensivpflege ist die dauerhafte Versorgung schwerstkranker Menschen mit hohem medizinischem Überwachungsbedarf – etwa bei Beatmung – außerhalb des Krankenhauses.