Hausnotruf – Anbieter, Kosten und Installation

02.05.2026 · 16 Min. Lesezeit · Wissen
Hausnotruf – Anbieter, Kosten und Installation

Hausnotruf – Anbieter, Kosten und Installation

Ein Hausnotrufsystem bietet Sicherheit für ältere oder alleinlebende Personen, indem es schnelle Hilfe im Notfall ermöglicht. Es besteht aus einer Basisstation und einem tragbaren Sender (z. B. Armband oder Halskette), der per Knopfdruck eine Verbindung zur Notrufzentrale herstellt. Die monatlichen Kosten beginnen bei 25,50 €, was oft von der Pflegekasse übernommen wird. Zusatzfunktionen wie Sturzsensoren, GPS oder Schlüsselhinterlegung erhöhen den Schutz. Anbieter wie Johanniter, Malteser und private Firmen bieten unterschiedliche Modelle und Services an.

Wichtige Punkte:

  • Kosten: Ab 25,50 € monatlich, Zuschüsse durch Pflegekasse möglich.

  • Funktionen: Basisstation, tragbarer Sender, optionale Extras (z. B. GPS, Sturzsensor).

  • Anbieter: Wohlfahrtsverbände und private Firmen, regionale Unterschiede beachten.

  • Installation: Techniker oder Selbstmontage, inkl. Einweisung und Testalarm.

  • Zusatzservices: Schlüsselhinterlegung, Tagestaste, Sprachaktivierung.

Ein Hausnotrufsystem erhöht die Sicherheit im Alltag und entlastet Angehörige. Vor Vertragsabschluss lohnt sich ein Vergleich der Anbieter und Leistungen.

Systemkomponenten und Ausstattung

Basisstation und tragbare Geräte

Ein Hausnotrufsystem besteht aus zwei Hauptkomponenten: einer Basisstation und einem tragbaren, wasserdichten Sender (oft als Funkfinger bezeichnet). Die Basisstation dient als Kommunikationszentrale, ausgestattet mit einem empfindlichen Mikrofon und einem klaren Lautsprecher für die Freisprechfunktion. Sie wird entweder über das Telefonnetz oder eine integrierte SIM-Karte mit der Notrufzentrale verbunden.

Der Funksender ist kompakt und wasserdicht und kann als Armband, Halskette oder Clip getragen werden. Mit einem Druck auf den roten Knopf wird automatisch eine Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt. Die Reichweite des Senders ist so ausgelegt, dass sie für die meisten Wohnungen und Gärten ausreicht. Nach der Installation sollte in allen Räumen ein Testalarm durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Signalstärke ausreichend ist.

Klassische Funksender punkten mit einer langen Batterielaufzeit, sodass sie nicht täglich aufgeladen werden müssen. Mobile Notrufsysteme mit GPS und Mobilfunktechnologie erfordern hingegen häufigeres Aufladen, in der Regel alle paar Tage. Die Wasserdichtigkeit des Senders ist entscheidend, da Stürze oft im Badezimmer passieren. Der Sender sollte daher auch unter der Dusche getragen werden können.

Diese Komponenten sind speziell darauf ausgelegt, die Notfallkommunikation zu erleichtern und den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden. Zusätzlich zur Grundausstattung gibt es optionale Funktionen, die die Sicherheit weiter erhöhen können.

Optionale Zusatzfunktionen

Die Basisstation und der Sender können durch verschiedene Zusatzfunktionen ergänzt werden, um den Schutz individuell anzupassen:

  • Sturzsensor (5 bis 10 € monatlich): Erkennt automatisch einen plötzlichen Sturz, gefolgt von Bewegungslosigkeit. Diese Funktion ist besonders hilfreich, wenn Sie nach einem Sturz bewusstlos sind und den Notrufknopf nicht mehr selbst betätigen können. Ergänzend dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur Sturzprävention zu Hause zwölf einfache Maßnahmen, mit denen Sie das Sturzrisiko von vornherein senken.

  • Sprachaktivierung (5 bis 10 € monatlich): Ermöglicht es, durch Rufe wie „Hilfe!“ einen Notruf auszulösen, falls der Sender außer Reichweite ist.

  • Tagestaste (circa 5 € monatlich): Mit einem täglichen Knopfdruck können Sie signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Bleibt dieser aus, wird die Notrufzentrale informiert und kontaktiert Sie zur Sicherheit.

  • Schlüsselhinterlegungsdienst (etwa 20 € monatlich): Rettungskräfte können durch hinterlegte Schlüssel Zugang zu Ihrer Wohnung erhalten, ohne die Tür aufbrechen zu müssen. Alternativ kann ein Schlüsselsafe mit Zahlencode außen an der Wand installiert werden.

Moderne Systeme bieten zudem die Möglichkeit, Umgebungssensoren wie Rauch-, Gas- oder Wassermelder zu integrieren. Diese alarmieren die Notrufzentrale bei Gefahren, die Sie möglicherweise nicht selbst bemerken. Mobile Notrufsysteme mit GPS-Tracking sind oft in den Grundgebühren von 35 bis 49 € pro Monat enthalten und ermöglichen eine Ortung auch außerhalb der Wohnung.

Hausnotruf-Anbieter in Deutschland

Wohlfahrtsverbände vs. private Unternehmen

In Deutschland teilen sich Wohlfahrtsverbände wie Johanniter, Malteser, DRK, ASB und Caritas sowie private Anbieter den Hausnotruf-Markt. Wohlfahrtsverbände zeichnen sich durch ihre lokale Präsenz und eigene Einsatzdienste aus. Dank ihrer regionalen Strukturen können sie im Notfall schnell reagieren, sei es durch eigene Rettungsdienste oder Sozialstationen. Zudem bieten sie oft eine sichere Schlüsselhinterlegung an.

Private Anbieter setzen hingegen auf moderne Technologien. Sie ermöglichen eine schnelle Einrichtung und bieten zeitgemäße Geräte wie GPS-Uhren sowie optimierte Online-Betreuung. Während Wohlfahrtsverbände auf persönliche Beratung und Installation durch Techniker setzen, verschicken einige private Anbieter ihre Geräte zur Selbstinstallation per Post. Auch die Abdeckung variiert: Wohlfahrtsverbände sind regional unterschiedlich stark vertreten, während private Anbieter meist bundesweit agieren. Diese Unterschiede beeinflussen letztlich auch die Servicequalität – ein Punkt, den wir im Folgenden näher betrachten.

Servicequalität und Vergleichskriterien

Die Wahl des richtigen Anbieters hängt von mehreren Faktoren ab. Besonders wichtig ist die Reaktionszeit der Notrufzentrale. Ein Notruf sollte idealerweise innerhalb von 30 bis 90 Sekunden angenommen werden, und Notfallkontakte oder Angehörige sollten spätestens nach zwei bis drei Minuten informiert sein. Laut einem Test der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2018 erhielten vier Wohlfahrtsverbände – ASB, Malteser, DRK und Johanniter – für ihre Notfallbearbeitung die Note „gut".

Das Deutsche Institut für Service-Qualität untersuchte die Servicequalität verschiedener Anbieter in den Bereichen Telefon, E-Mail und Online-Betreuung. Vitakt belegte dabei den ersten Platz, während Libify mit der besten Online-Betreuung punktete. Die Johanniter erreichten den dritten Platz. Preislich liegen Wohlfahrtsverbände bei etwa 25,50–28,50 € pro Monat, während private Anbieter zwischen 25,50 und 30,35 € monatlich verlangen. Für den Anschluss können einmalige Gebühren von bis zu 50 € anfallen.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die regionale Verfügbarkeit. Wenn ein persönlicher Bereitschaftsdienst im Notfall Priorität hat, sind Wohlfahrtsverbände oft die bessere Wahl. Private Anbieter kooperieren häufig mit externen Rettungsdiensten oder benachrichtigen nur die hinterlegten Notfallkontakte. Daher ist es ratsam, vor Vertragsabschluss zu prüfen, ob der Anbieter in Ihrer Region über eigene Einsatzkräfte verfügt.

Kosten und Zahlungsmöglichkeiten

Im Folgenden werden die Gebührenstrukturen und Finanzierungsmöglichkeiten eines Hausnotrufs detailliert erläutert.

Monatliche Gebühren und Installationskosten

Ein Hausnotruf-Basistarif kostet in Deutschland 25,50 € pro Monat – genau der Betrag, den die Pflegekasse als Zuschuss bereitstellt. Wohlfahrtsverbände wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Malteser oder der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) orientieren sich an diesem Betrag. Private Anbieter wie Libify oder Patronus verlangen hingegen zwischen 29,90 € und 30,35 €. Für Komfort-Pakete, die zusätzliche Leistungen wie Schlüsselhinterlegung oder einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst umfassen, fallen monatlich 35 bis 45 € an. Premium-Varianten mit GPS-Tracking liegen preislich über 80 €.

Die Anschlussgebühren unterscheiden sich ebenfalls: Während die Malteser darauf verzichten, berechnen die Johanniter 49 € – allerdings entfällt diese Gebühr bei anerkanntem Pflegegrad. Die Pflegekasse übernimmt für die Installation einmalig 10,49 €. Zusätzliche Funktionen wie ein Sturzsensor kosten zwischen 5 und 10 € monatlich, und die „Ich-bin-okay“-Taste schlägt mit etwa 5 € zu Buche. Wer eine Schlüsselhinterlegung beim Anbieter wünscht, zahlt rund 20 € im Monat extra. Alternativ kann ein Schlüsseltresor an der Haustür installiert werden, der einmalige Kosten von 50 bis 100 € verursacht – oft eine günstigere Lösung.

Durch Leistungen der Pflegekasse können sich diese Kosten erheblich reduzieren. Der Hausnotruf zählt als anerkanntes Pflegehilfsmittel, das bei vorliegendem Pflegegrad von der Kasse bezuschusst wird.

Kostenübernahme durch die Pflegekasse

Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad von 1 bis 5 erhalten monatlich 25,50 € Zuschuss sowie eine einmalige Unterstützung von 10,49 €. Dadurch entfällt beim Basis-Tarif der Eigenanteil komplett. Komfort-Pakete, die zwischen 35 und 45 € kosten, bedeuten eine Zuzahlung von etwa 10 bis 20 €, während bei Premium-Tarifen 20 bis 35 € zu zahlen sind. Viele Anbieter übernehmen den Antrag bei der Pflegekasse direkt für ihre Kunden.

Interessant ist, dass auch Menschen, die mit einem Angehörigen zusammenleben, der selbst keinen Notruf absetzen kann, von der Pflegekasse als „alleinlebend“ eingestuft werden. Zusätzlich können Pflegebedürftige den Entlastungsbetrag von 131 € monatlich für Hausnotruf-Leistungen nutzen.

Neben der Unterstützung durch die Pflegekasse können auch steuerliche Vorteile bei privater Zahlung genutzt werden.

Private Zahlung und steuerliche Absetzbarkeit

Wer keinen Pflegegrad hat, muss die monatlichen Kosten selbst tragen. Allerdings können Hausnotruf-Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden. Dabei lassen sich 20 % der Servicekosten direkt von der Steuerlast abziehen. Wichtig ist, dass die Rechnung die Service- und Arbeitskosten separat ausweist, um den Steuervorteil optimal zu nutzen. Bei einem Jahresbetrag von 306 € (25,50 € × 12 Monate) ergibt sich so eine Steuerersparnis von rund 61 €.

Installation und Einrichtung

Erfahrene Techniker kümmern sich darum, den Hausnotruf direkt vor Ort einzurichten und alle notwendigen Komponenten optimal anzupassen.

Terminvereinbarung mit dem Techniker

Viele Anbieter bieten flexible Möglichkeiten zur Terminvereinbarung an – ob telefonisch, per E-Mail oder über Online-Formulare. Organisationen wie die Johanniter gehen sogar einen Schritt weiter und beraten Sie persönlich bei Ihnen zu Hause. Dabei wird nicht nur das passende System ausgewählt, sondern auch die ideale Position der Geräte festgelegt.

Ein weiterer Vorteil: Viele Anbieter unterstützen Sie bei der Antragstellung für eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse. Dafür sollten Sie Ihren Pflegegrad bereithalten – falls Sie Pflegeleistungen noch nicht dokumentieren, kann Ihnen das MeinPflegetagebuch dabei helfen, alle relevanten Angaben übersichtlich festzuhalten. Zusätzlich empfiehlt es sich, vor dem Termin eine Liste mit wichtigen Notfallkontakten (z. B. Familienmitglieder, Nachbarn oder Ärzte) sowie medizinischen Informationen (wie Vorerkrankungen, Medikamente oder spezielle Gesundheitsrisiken) vorzubereiten. Ein sicherer Zugang für Rettungskräfte – etwa durch einen hinterlegten Schlüssel – sollte ebenfalls geplant werden. Nach der Terminvereinbarung erfolgt die schnelle Installation durch den Techniker.

Einrichtung der Geräte

Die Basisstation wird an einem zentralen Ort mit Stromanschluss und stabilem Telefon- oder Mobilfunksignal platziert. Danach wird der tragbare Funksender, der entweder als Armband oder Halskette getragen wird, registriert. Der Techniker testet die Verbindung zur 24-Stunden-Notrufzentrale und überprüft die Signalreichweite in allen Räumen, einschließlich schwer zugänglicher Bereiche wie dem Bad oder Keller.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Erstellen eines Notfallplans. Dieser enthält Ihre Adresse, medizinische Informationen und die Kontaktdaten Ihrer Notfallkontakte.

Einweisung und Probealarm

Die praktische Einweisung ist ein zentraler Bestandteil der Installation. Der Techniker zeigt Ihnen, wie der Notruf ausgelöst wird, und erklärt den Ablauf im Ernstfall. Besonders hilfreich ist ein Probealarm, bei dem Sie die Sprechverbindung testen und den Druckpunkt des Notfallknopfs kennenlernen können. Die Johanniter empfehlen dazu:

Die Bedienung und Funktion des Hausnotrufs sollte unbedingt ein Mitarbeiter bei Ihnen zuhause veranschaulichen. Zudem sollten Sie einen Probealarm durchführen können.

Während der Einweisung wird auch geprüft, ob Sie die Displays gut lesen und den Lautsprecher deutlich hören können. Zusätzlich erklärt der Techniker, wie Sie akustische Fehlersignale, etwa bei niedrigem Batteriestand oder Verbindungsproblemen, erkennen. Laut Stiftung Warentest sollte ein Notruf innerhalb von 30 bis 90 Sekunden von der Zentrale beantwortet werden. Damit sind Sie bestens auf mögliche Notfälle vorbereitet und können sich auf eine zuverlässige Verbindung verlassen.

So funktioniert die Notfallhilfe

Der Hausnotruf ist ein durchdachtes System, das sicherstellt, dass im Ernstfall schnell und gezielt Hilfe geleistet wird.

Vom Alarm bis zur Hilfeleistung

Sobald der Notfallknopf gedrückt wird, stellt die Basisstation über verschiedene Kommunikationswege eine direkte Verbindung zur 24-Stunden-Notrufzentrale her. Über die integrierten Mikrofone klären die geschulten Mitarbeiter die Situation und greifen auf Ihr hinterlegtes Notfallprofil zu. Laut Stiftung Warentest sollte ein Notruf innerhalb von 30 bis 90 Sekunden beantwortet werden.

Je nach Lage werden entweder Angehörige, ein mobiler Einsatzdienst des Anbieters oder der Rettungsdienst informiert. Falls der Nutzer nicht reagiert, wird automatisch der Notfallmodus aktiviert, und die zuständigen Stellen werden unverzüglich benachrichtigt. Diese schnelle und gut abgestimmte Vorgehensweise minimiert Verzögerungen und kann im Ernstfall Leben retten. Wie Sie sich über den Hausnotruf hinaus auf akute Pflegenotfälle vorbereiten, erfahren Sie in unserem Handlungsplan bei plötzlicher Verschlechterung.

Schlüsselhinterlegung für den Notfallzugang

Damit Rettungskräfte im Notfall schnell Zugang zur Wohnung erhalten, ohne Türen aufbrechen zu müssen, bieten viele Anbieter Schlüsselhinterlegungsdienste an. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Ein codierter Schlüsseltresor, der außen an der Haustür angebracht wird.

  • Die Hinterlegung des Schlüssels in einem Depot beim Anbieter.

  • Die Aufbewahrung des Schlüssels bei Nachbarn oder Angehörigen. Diese Option ist zwar kostenlos, birgt jedoch das Risiko, dass die Personen im Notfall nicht erreichbar sind.

Die professionelle Schlüsselhinterlegung kostet bei den meisten Anbietern rund 20,00 € pro Monat. Bei den Johannitern ist dieser Service beispielsweise im Komfortpaket für 54,00 € monatlich bereits enthalten. Diese Investition kann sich auszahlen: Sie ersparen sich teure Türnotöffnungen und stellen sicher, dass Hilfe ohne Verzögerung bei Ihnen eintrifft.

Erweiterte Funktionen und Technologie

Moderne Hausnotrufsysteme gehen weit über die Basisfunktionen hinaus und bieten durch innovative Technologien zusätzlichen Schutz – einen umfassenden Überblick über weitere digitale Helfer für Senioren finden Sie in unserem Ratgeber. Hier sind einige der wichtigsten Erweiterungen.

Mobiler Hausnotruf mit GPS

Während stationäre Systeme meist nur in einem Umkreis von 30 bis 50 Metern um die Basisstation funktionieren, bieten mobile Geräte dank SIM-Karte und GPS nahezu überall Sicherheit – vorausgesetzt, es gibt Mobilfunkempfang. Im Notfall übermitteln sie präzise Standortdaten an die Notrufzentrale. Das ist besonders hilfreich für aktive Senioren, die viel unterwegs sind, oder für Menschen mit Demenz, die sich verirren könnten.

Mobile Geräte vereinen Sender, Lautsprecher und Mikrofon in einem kompakten Design. Viele Modelle verfügen zusätzlich über automatische Sturzerkennung durch integrierte Beschleunigungssensoren. Die monatlichen Kosten für solche Systeme liegen zwischen 35,00 € und 49,00 €. Zwar sind sie etwas teurer als stationäre Varianten, bieten jedoch einen deutlich größeren Einsatzbereich. Zudem ermöglichen sie oft Smart-Home-Integrationen, die eine umfassendere Gesundheits- und Sicherheitsüberwachung bieten.

Smart Home und Gesundheitsdaten-Integration

Moderne Systeme lassen sich nahtlos mit Smart-Home-Technologien kombinieren. Beispielsweise können sie Alarme auslösen, wenn Rauch-, Gas- oder Wassersensoren ein Problem erkennen. Eine weitere hilfreiche Funktion ist die Sprachaktivierung, die es ermöglicht, durch Schlüsselwörter wie „Hilfe“ oder „Notfall“ einen Alarm auszulösen – praktisch, wenn der Notrufknopf nicht erreichbar ist. Diese Funktion kostet zusätzlich etwa 5,00 bis 10,00 € monatlich.

Darüber hinaus messen moderne Notfall-Armbänder und Smartwatches Vitalwerte wie Herzfrequenz oder Schrittanzahl. Die Tagestaste, die in vielen Systemen integriert ist, kann passiv überwachen oder mit weiteren Sensoren im Smart-Home-Netzwerk verbunden werden. Besonders nützlich ist der Sturzsensor, der in mobilen Geräten oft in Smartwatches integriert ist. In Kombination mit GPS-Daten kann er nicht nur einen Sturz erkennen, sondern auch den genauen Ort mitteilen. Diese Funktionen sorgen dafür, dass Notfälle schnell erkannt, lokalisiert und mit zusätzlichen Gesundheitsinformationen ergänzt werden.

Verträge und Kündigung

Hausnotruf-Verträge haben in der Regel eine Laufzeit von 12 bis 24 Monaten. Oft reduzieren längere Vertragslaufzeiten die monatlichen Kosten. So kann ein Anbieter beispielsweise 35,00 € monatlich für eine einjährige Laufzeit verlangen, während bei einer zweijährigen Laufzeit nur 30,00 € monatlich anfallen. Vor Vertragsabschluss sollten Sie unbedingt die Mindestvertragslaufzeit und die Kündigungsfrist prüfen, da diese je nach Anbieter – ob Wohlfahrtsverband oder privater Dienstleister – stark variieren können.

Vertragslaufzeit und Verlängerung

Viele Hausnotruf-Verträge verlängern sich automatisch, wenn sie nicht fristgerecht gekündigt werden. Die Kündigungsfrist ist in den Vertragsunterlagen festgelegt und sollte genau beachtet werden, um eine ungewollte Verlängerung zu vermeiden. Einige Anbieter, wie die Johanniter, bieten flexiblere Tarife, die sich an veränderte Lebenssituationen anpassen lassen. Zudem ist es oft möglich, während der Laufzeit zwischen verschiedenen Leistungspaketen zu wechseln – etwa von einem Basis- auf ein Premium-Paket – falls sich der Pflegebedarf ändert.

Kündigung oder Übertragung des Dienstes

In besonderen Fällen, wie einem Umzug ins Pflegeheim oder im Todesfall, sollten Sie nach einem Sonderkündigungsrecht fragen. Viele Anbieter räumen ein solches Recht ein, doch die genauen Bedingungen sollten im Voraus geklärt werden. Wenn Sie den Anbieter wechseln möchten, müssen die Geräte in der Regel zurückgegeben werden. Dies erfolgt entweder per Post oder durch einen Techniker – je nach Anbieter. Informieren Sie sich zudem über mögliche Rücksendekosten.

Falls ein gültiger Pflegegrad vorliegt, übernehmen viele Anbieter die Kostenabrechnung direkt mit der Pflegekasse. Das erleichtert sowohl den Einstieg als auch einen Anbieterwechsel. Diese vertraglichen Details sind wichtig, um Missverständnisse bei einem Wechsel oder einer Sonderkündigung zu vermeiden.

Fazit

Ein Hausnotruf bietet rund um die Uhr Sicherheit und ermöglicht es älteren Menschen, länger eigenständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Im Notfall kann das System sogar Leben retten. Für Angehörige bedeutet dies eine große Entlastung, besonders wenn sie nicht in der Nähe wohnen oder beruflich stark eingespannt sind.

Für Personen mit einem Pflegegrad (1 bis 5) übernimmt die Pflegekasse in der Regel die Grundkosten – häufig deckt dies den Dienst komplett ab. Es lohnt sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen, darunter sowohl Wohlfahrtsverbände als auch private Dienstleister, um die beste Lösung zu finden. Die finanzielle Unterstützung macht Hausnotruf-Systeme zu einer praktischen Möglichkeit, den Alltag sicherer zu gestalten. In Tests der Stiftung Warentest schnitten der ASB (Note 1,6), die Malteser (2,4) und die Johanniter (2,5) besonders gut bei der Notrufbearbeitung ab.

Ein paar wichtige Tipps für den Einsatz eines Hausnotrufs: Binden Sie die betroffene Person aktiv in die Entscheidung ein. Das System funktioniert nur dann richtig, wenn der Funkfinger konsequent getragen wird – idealerweise Tag und Nacht. Nutzen Sie eine Testphase, um Probealarme auszulösen und die Handhabung zu üben. Klären Sie im Vorfeld, wie die Schlüsselhinterlegung organisiert wird. Ein Schlüsselsafe an der Haustür ermöglicht es, dass Helfer schnell Zugang erhalten, ohne die Tür beschädigen zu müssen.

Falls ein Pflegegrad vorliegt, übernimmt der Anbieter in der Regel kostenlos die Antragstellung bei der Pflegekasse. Innerhalb weniger Wochen kann das System einsatzbereit sein und sorgt so für mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alltag.

FAQs

Welches Hausnotruf-Paket passt zu mir (Basis, Komfort oder mobil mit GPS)?

Das richtige Hausnotruf-Paket richtet sich ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen: Basis ist die kostengünstigste Option und bietet eine einfache Notruflösung für Zuhause. Komfort erweitert die Funktionalitäten um praktische Extras wie einen Sturzsensor oder Rauchmelder, die für zusätzliche Sicherheit sorgen. Mobil mit GPS eignet sich besonders für aktive Personen, die auch unterwegs bestens abgesichert sein möchten. Eine Beratung hilft Ihnen dabei, das Paket auszuwählen, das optimal zu Ihrem Lebensstil und finanziellen Rahmen passt.

Welche Voraussetzungen gelten für die Kostenübernahme durch die Pflegekasse?

Die Pflegekasse trägt die Kosten, wenn der Antragsteller einen Pflegegrad zwischen 1 und 5 hat und hauptsächlich allein lebt. Dabei spielt es keine Rolle, ob zusätzlich Unterstützung durch Angehörige oder einen ambulanten Pflegedienst erfolgt.

Was passiert, wenn ich den Notruf auslöse, aber nicht sprechen kann?

Wenn Sie den Notruf auslösen, aber nicht in der Lage sind zu sprechen, bleibt die Notrufzentrale über die Gegensprechanlage mit Ihnen verbunden. Das Team bewertet die Situation und ergreift Maßnahmen – entweder durch direkte Klärung oder, falls keine Reaktion erfolgt, durch das automatische Alarmieren des Rettungsdienstes. So ist Ihre Sicherheit auch dann gewährleistet, wenn Sie nicht aktiv kommunizieren können.

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